Print 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Place and Date of Creation
Page
287
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 
  

London . William Clowcs.

287

dem Könige vorschlug, die beabsichtigte Prachtaus-gabe von Shakespeare'S Werken zu fertigen. DerVorschlag sand Genehmigung. G. Stecvens undJsaak Reed übernahmen die Revision des Textesund Vulmer besorgte den Druck. Dies Meisterwerk,von welchem seine Ofsicin den Namen 8bsKesi»zar<z?r<-ss" führt, kam zwischen 1792 und 1801 in zweiFoliobändcn zu Stande und ist sowol des großenDichters als der britischen Nation würdig. Bald

darauf folgten die?oetic»I>VorKs ok^olm Mlton",17S3-1797, 3 Bande in Folio, welche Viele, wieDibdin u. A., selbst der Ausgabe des Shakespearevorziehen; die Poems ok Qoldsmitb »n<1 p-^rnell",mit Holzschnitten von Vewick, die als noch unüber-troffene Meisterstücke bewundert werden; 1796l'llseiiass b)'Sommervüle"; 1796, nicht minder reichausgestattet, Nuseum >VorsIe^iinum", auf

welche Ausgabe der reiche Besitzer die ungeheureSumme von 27,000 Pfund Sterling verwendet hat;die auf Kosten des SultanS Seliin III. gedrucktenund in der ganzen Auflage an die hohe Pforte ein-gesendetenPortraits ok tlis l'urliisb Empire", mitbiographischem Te.rte in englischer und französischerSprache von John Uoung; C. Murphy's ,,^nti-^uities ok tlle .^.rilds in 8^>a!n", 1816. in gr. Folio,ein Werk, welches an Größe des Formats und anPracht der Ausführung mit Denon's I>es<-riz>t!on6s I'IZx/pte" wetteifert; endlich als Supplement zudemselben ?I>e Iiistor^ ok tke ^.rsbs in 8n!lii," unddes Bibliographen Dibdin's allbekannte zahlreicheWerke. Durch alle diese Leistungen wurde Bulmerein Liebling der britischen Bibliomanen, weshalb eranch die meisten Drucke für den Rorburghe-Clubbesorgte und von dessen Mitgliedern fast ausschließenderhoben wurde. Der unbefangene Beurtheiler wirdihn indessen nur neben, nicht über Bensley stellenund bei voller Anerkennung seiner ausgezeichnetenKunstfertigkeit nicht übersehen, daß es seinen Druckenbei aller Schönheit der Typen und Vortrefflichkeitder selbstgcfertigten Schwärze, sowie des unvergleich-lichen Whatman'schen Papiers, an jener innerenHarmonie fehlt, welche ein typographisches Erzeug-nis! erst zu einem geschmackvollen Ganzen erhebt.Schon 1819 zog Bulmer sich von dem Geschäftezurück und übergab die Leitung desselben dem Sohne

seines Freundes William Nieol, der es ganz indemGeiste des Begründers fortführt. Die Werke derweitgepriesenen 8Ii->><,esne!>re Press" hat Dibdinin seinem vecsineror, II, 384-395" ausführlichgeschildert. Bulmer starb am 9. December 1830,doch sein Name wird fortleben in alle Zeiten.

Zu den bedeutendsten Typographen der neuernZeit gehören John Nichols, Schüler Bowyer's,Herausgeber des(Zentlemim's »I-ixilüine " und derI.itersi'x ^necdotos", Joseph Coopcr, Henry nudSamson Woodfall, John March, Joseph Coopcr,Smellin, Faulkuer, John M'Crcery, durch seinGedichtl'bs Press" auch als Schriftsteller aus-gezeichnet, starb 1832, A. I. Nalpy, ThomasDavison, Deodatus Bye, Joseph Dowues, JohnWheble, Samuel Rousseau, Neffe des berühmtenJean Jacques, durch große Sprachgclchrsamleitauszeichnet, Benjamin Wright, W. E. Andrewsund Henry Fisher, dessen Anglisb I^Kes; 8^r!-c;

Vevonsbire; <Zornn»II; Irelanä; I^anc-lsliire " u. s. W.zu den schönsten Werken der neuern typographischenKunst in England gehören. Noch sind viele aus-gezeichnete Männer, wie JamcS Moyes und RichardTaylor, die Drucker des großen Prachtwerkcsl'I«:^ntlijiiities ok Älexieo, I^ord Xiu^svviviixli,

I^oncloii 1331." 7 Bde. in gr. Fol., wol der Er-wähnung werth, allein die engen Grenzen diesesBuches gestatten nicht, deren Verdienste um die Kunstnäher auseinanderzusetzen. Um dem Leser einenBegriff von der Größe britischen Unternehmungs-geistes auch in Beziehung auf Typographie zu geben,mag die Schilderung der Officin des bekanntenDruckers despomix Maxa?ine's", welches Unter-nehmen von derGesellschaft für Verbreitung nütz-licher Kenntnisse" und dem Londoner BuchhändlerCharles Knight ausgegangen ist, hier eine Stellefinden:

William Clowcs,

hat sein großes Drnckhaus in Duke Street Lambcthauf der Surrey-Seite der Themse zwischen derBlackfriars- und Waterloobrücke, ein kleineresin Charing - Croß. Im ersteren allein arbeiten30 Schriftgießer, 6 Stereotypengießer, 7 Papier -anfeuchter, 160 Setzer und ebenso viele Drucker und