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dem Könige vorschlug, die beabsichtigte Prachtaus-gabe von Shakespeare'S Werken zu fertigen. DerVorschlag sand Genehmigung. G. Stecvens undJsaak Reed übernahmen die Revision des Textesund Vulmer besorgte den Druck. Dies Meisterwerk,von welchem seine Ofsicin den Namen „ 8bsKesi»zar<z?r<-ss" führt, kam zwischen 1792 und 1801 in zweiFoliobändcn zu Stande und ist sowol des großenDichters als der britischen Nation würdig. Bald
darauf folgten die „?oetic»I>VorKs ok^olm Mlton",17S3-1797, 3 Bande in Folio, welche Viele, wieDibdin u. A., selbst der Ausgabe des Shakespearevorziehen; die „ Poems ok Qoldsmitb »n<1 p-^rnell",mit Holzschnitten von Vewick, die als noch unüber-troffene Meisterstücke bewundert werden; 1796 „l'llseiiass b)'Sommervüle"; 1796, nicht minder reichausgestattet, Nuseum >VorsIe^iinum", auf
welche Ausgabe der reiche Besitzer die ungeheureSumme von 27,000 Pfund Sterling verwendet hat;die auf Kosten des SultanS Seliin III. gedrucktenund in der ganzen Auflage an die hohe Pforte ein-gesendeten „Portraits ok tlis l'urliisb Empire", mitbiographischem Te.rte in englischer und französischerSprache von John Uoung; C. Murphy's ,,^nti-^uities ok tlle .^.rilds in 8^>a!n", 1816. in gr. Folio,ein Werk, welches an Größe des Formats und anPracht der Ausführung mit Denon's „ I>es<-riz>t!on6s I'IZx/pte" wetteifert; endlich als Supplement zudemselben „ ?I>e Iiistor^ ok tke ^.rsbs in 8n!lii," unddes Bibliographen Dibdin's allbekannte zahlreicheWerke. Durch alle diese Leistungen wurde Bulmerein Liebling der britischen Bibliomanen, weshalb eranch die meisten Drucke für den Rorburghe-Clubbesorgte und von dessen Mitgliedern fast ausschließenderhoben wurde. Der unbefangene Beurtheiler wirdihn indessen nur neben, nicht über Bensley stellenund bei voller Anerkennung seiner ausgezeichnetenKunstfertigkeit nicht übersehen, daß es seinen Druckenbei aller Schönheit der Typen und Vortrefflichkeitder selbstgcfertigten Schwärze, sowie des unvergleich-lichen Whatman'schen Papiers, an jener innerenHarmonie fehlt, welche ein typographisches Erzeug-nis! erst zu einem geschmackvollen Ganzen erhebt.Schon 1819 zog Bulmer sich von dem Geschäftezurück und übergab die Leitung desselben dem Sohne
seines Freundes William Nieol, der es ganz indemGeiste des Begründers fortführt. Die Werke derweitgepriesenen „ 8Ii->><,esne!>re Press" hat Dibdinin seinem „ vecsineror, II, 384-395" ausführlichgeschildert. Bulmer starb am 9. December 1830,doch sein Name wird fortleben in alle Zeiten.
Zu den bedeutendsten Typographen der neuernZeit gehören John Nichols, Schüler Bowyer's,Herausgeber des „(Zentlemim's »I-ixilüine " und der„I.itersi'x ^necdotos", Joseph Coopcr, Henry nudSamson Woodfall, John March, Joseph Coopcr,Smellin, Faulkuer, John M'Crcery, durch seinGedicht „l'bs Press" auch als Schriftsteller aus-gezeichnet, starb 1832, A. I. Nalpy, ThomasDavison, Deodatus Bye, Joseph Dowues, JohnWheble, Samuel Rousseau, Neffe des berühmtenJean Jacques, durch große Sprachgclchrsamleitauszeichnet, Benjamin Wright, W. E. Andrewsund Henry Fisher, dessen „ Anglisb I^Kes; 8^r!-c;
Vevonsbire; <Zornn»II; Irelanä; I^anc-lsliire " u. s. W.zu den schönsten Werken der neuern typographischenKunst in England gehören. Noch sind viele aus-gezeichnete Männer, wie JamcS Moyes und RichardTaylor, die Drucker des großen Prachtwerkcs „l'I«:^ntlijiiities ok Älexieo, I^ord Xiu^svviviixli,
I^oncloii 1331." 7 Bde. in gr. Fol., wol der Er-wähnung werth, allein die engen Grenzen diesesBuches gestatten nicht, deren Verdienste um die Kunstnäher auseinanderzusetzen. Um dem Leser einenBegriff von der Größe britischen Unternehmungs-geistes auch in Beziehung auf Typographie zu geben,mag die Schilderung der Officin des bekanntenDruckers des „pomix Maxa?ine's", welches Unter-nehmen von der „Gesellschaft für Verbreitung nütz-licher Kenntnisse" und dem Londoner BuchhändlerCharles Knight ausgegangen ist, hier eine Stellefinden:
William Clowcs,
hat sein großes Drnckhaus in Duke Street Lambcthauf der Surrey-Seite der Themse zwischen derBlackfriars- und Waterloobrücke, ein kleineresin Charing - Croß. Im ersteren allein arbeiten30 Schriftgießer, 6 Stereotypengießer, 7 Papier -anfeuchter, 160 Setzer und ebenso viele Drucker und