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Allgemeines Deutsches Handelsgesetzbuch und Allgemeine Deutsche Wechselordnung nebst Einführungs- und Ergänzungsgesetzen : (Ausg. m. Seerecht) ; Erläut. durch d. Rechtsprechg d. Reichsger. u. d. vormal. Reichs-Oberhandelsger. / v. Julius Basch
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124 5. HnndelSgesetzb. 2. Buch. V. d. Handclsgesellsch. Art. 85.

meinschastlicher Firma ^) betreibe» und bei keinem der Gesellschafterdie Betheiligung auf Vcrmögenseinlagen beschrankt ist.

Zur Gültigkeit des GesellschastsvertrageS bedarf es der schrift-lichen Abfassung oder anderer Förmlichkeiten nicht, ^a)

'°) Dao Vermögen der offene» HandelSgcscllschast ist »icht blos! in Be-ziehung ans das Verhältniß der Gesellschafter »ntcr einander, sondern auchin Bezug auf das Verhältniß zn dritten Personen abgesondert von demPrivatvermögen der Gesellschafter; in Beziehung aus die Schuldver-bindlichkeit der Handelsgesellschaft besieht die Trennung der Stellungvon Handelsgesellschaft und Privatperson nicht. RG, v, 2». April 1893,Bd. 31 S. 81 (85).

Die offene Handelsgesellschaft bildet »icht eine vo» de» einzelnenGesellschaftern verschiedene Person, für welche jene nur das natürliche Snb-slrat sind, viclinchr si»d die einzelne» Gesellschafter vereinigt die Träger desGescllschaftSvcnnögens, sind daher in den vo» der Gesellschaft geführtenProzesse» Partei. Bescht. v. 15. Dez. 1893, Bd. 32 S. 398.

'°) Das HGB. erschöpft »icht alle die Formen, unter welchen ein Han-delsgeschäft nnter Betheiligung mehrerer Personen betrieben werden kaun;wo die Kriterien der einzelnen im HGB. behandelte» Haiidelsgesellfchaften»icht zutreffen, findet dasselbe »icht Anwendung, sondern das bürgerlicheRecht, z. B. wenn das von einem Einzelkanfmann betriebene Geschäft vonseiner Wittwe nnd Kinder» »ach dc» Regel» der sortgesetzten Gütergemein-schaft fortgeführt wird, so ist das Verhältniß »ach dein bürgerlichen Gesetzz» beurtheilen. OHG. v. 1k. Jan. 1878, Bd. 23 S. 166.

Die mehreren Erbe» eines Einzclkansnianns, ans welche sein Gewerbe-betrieb nnd seine Firma durch seine» Tod zunächst übergehen, sind »ichtschon deshalb ohne weiteres als eine Handelsgesellschaft bildend anzusehen(anch »icht, we»» in Folge rechtSirrthnmlicher Auf assttilg die Emzelfirinagelöscht n»d der Uebergang derselben im Gesellschaftsrcgister eingetragen ist).RG. v. 28. Okt. 1885, Bd. 16 S. 339.

Vgl. anch Art. 112 und die Anmerkungen zu demselben.

2) Zur Ergänzung der Legaldefinition mnß der Begriff der Ueberein-lnnft herbeigezogen werde»; diese braucht nicht in Worten erklärt zn sein,sie kann ans konklndenlc» Handlungen sich erkennen lassen. RG. v. 22. Dez.1883, Bd. 10 S. 101.

"») Die »ämlichen Personen können mehrere offene HaitdetSgesell-schaften grnnden. RG. v. 14. Mai 1886, Bd. 16 S. 16.

2) Vereinigung znm Betriebe eine? Kleingewerbe? oder Handwerkesbegründet teine'Handelsgesellschaft. OHG. v. 13. Mai 1871, Bd. 2 S. 423.

^) Wird das Handelsgewerbe nicht nnter gemeinschaftlichem Namenbetriebe», so liegt eitie »ach bürgerlichem Recht z» beurtheilende Erwerbsge-sellschaft vor. OHG. v. 13. April 1872, Bd. 5 S. 386.

^Bestimmungen der Landesgesetze, wctchc die Gültigkeit von Ver-trägen über dingliche Rechte von Erhaltung gewisser Formen abhängigmachen, gelte» dem Art. 85 gegenüber »icht; betreffs der Frage, ob nnd