13. Gesetz, betreffend die vertragsmäßigen Zinsen.
Vom 14. November 1867,(B. G. Bl. S, 15»,)
Das zuerst für den Norddeutschen Bund erlassene Gesetz ist auch iu Badjeuund Südhcsseu eingeführt (Art, 80 Nr, I K der Verfassung von 1870 undArt, 2 Nr, V des Vertrages y, Sü, Nov, 1870), I» Bayern ist es nicht eiuge-sührt; das Bayrische Gesetz v, 5. Dez. 1807 hat jedoch ebenfalls das Verbot derZinscSzinsen und einer das Kapital übersteigenden Verzinsung ausgchoben.
Das Gesetz ist in Elsasi-Losthringcn nicht eiugcführt; dort siud auchdurch das Strafgesetzbuch die Bestimmungen der srauzös, Gesetze v, 3, Seyt,1807 u, 19, Dez, 1850 gegcu dcu Gcwohuheitsn'ncher uicht aufgehobeu, durchdas EiusühruugSgcsetz zum HGB. v, 10, Juni 187S ist nur für Handelssachcudie freie Vereinbarung über Zinsen gestattet, für andere Geschäfte ist.die Be-schränkung beibehalten, OHG, v. 7, Sept. 1872, Bd, 24 S. 70,
Das im Mg, Landrccht A 33 I 20 ausgesprochene Verbot der lox comniis-sori-t ist durch dies Gesetz uicht beseitigt, RG, v, 2, April 1881, Bd, 4 S. SI.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen :e. ver-ordnen im Namen des Norddeutschen Bundes , »ach erfolgter Zu-stimmung des Bundesraths und des Reichstages, was folgt:
§ 1, Die Höhe der Zinsen, sowie die Höhe und die Art der Ver-gütung für Darlehne und für andere kreditiite Forderungen, fernerKonventionalstrafen, welche für die unterlassene Zahlung einesDarlehns oder einer sonst kreditirten Forderung zu leisten sind,unterliegen der freien Vereinbarung.
Die entgegenstehenden privatrechtlichen nnd strafrechtlichen Be-stimmungen werden aufgehoben.
Das Gesetz betrifft nur Zinsen und Konventionalstrafe»; durchdasselbe sind partikularrechtliche .Verbote vo» Verkaufen der Früchte aufdem Halme nicht aufgehoben, OHG, v, 1. Mai 1872, Bd, 5 S. 432,
2) A» der Regel de-Z preußischen RcchtS, welche ZinS voin ZinS zufordern mitcrsagt (Z 818 111 ALR,), ist durch dic>Z Gesetz ebenso wenigwie durch das preußische v. 12, Mai 1806 etwa? gelindert. OLG. v.27. Mai 1873, Bd, 10 S, 213.