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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Pier ist leichter im Gewicht als Gold oder Silber. UmGeld in größerer Quantität bei sich zu tragen oder zu ver-schicken, sind daher Zettel angenehmer als Säcke voll Metall.Handelte es sich bei der Banksrage nur um diese physika-lische Wahrheit, so wäre man mit der Sache bald zu Ende,alles Kopfbrcchen wäre von Ucbcrflnß. Aber diese Weisheitleidet, wie wol jedem das bloße Gefühl sagt, daran, daß siezu einfach ist. Sowenig ein Mensch, der sich aufs Pferdfestbinden läßt, um nicht herunterzufallen, ein Reiter ist, so-wenig ist eine Notenbank, welche ihre Notenausgabe an ihrenBaarvorrath bindet, eine Notenbank, und, um es gleich vor-weg zu bemerken, so wie einem armen Tropf, der sich ausAngst aufs Pferd binden ließe, doch noch vielfach, ja mehrals einem wahren Reiter, Gelegenheit bliebe, mitsammtseinem Gaul den Hals zu brechen, so bliebe einer solchenBank vielfach und mehr Gelegenheit, mitsammt ihren Kundenden Hals zu brechen, als einer wirklichen Notenbank.

Die Anhänger der vollen Baardcckung machen folgenden abermals einfachen, d. h. zu einfachen Verstandes-schluß: der Grund für die Ausgabe einer den Metallvor-rath übersteigenden Notcnmengc könne vorn Standpunktedes großen allgemeinen Interesses doch nur darin gefundenwerden, daß diejenige Quantität an Tauschmitreln (Geld),deren ein Land überhaupt benöthigt ist, theilwcise wohlfeilerdurch bedrucktes Papier beschafft würde, als durch Metall.Wenn ein Land zu seinem Geschäftsverkehr 1000 Millio-nen Mark braucht und 500 davon aus Papier machenkann, so spart die Gesammtheit beinahe (nämlich blos diePapier - und Druckkosten abgerechnet) die ganzen 500Millionen. Das ist sehr schön; aber vergleichen wir cin-

Bamberger. Z