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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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mal dcn Vortheil der Sache mit dem Nachtheil! EineBank, die ungedeckte Noten ausgibt, ist immer der Gefahrausgesetzt, in gewissen schweren Zeitläuften ihr Versprechennicht halten zu können. Verwirklicht sich diese Gefahr, so brichtcrfahrungsmäßig grenzenloser Ruin über das Bankgebictherein; Hunderte von Existenzen werden vernichtet, Tausendeaufs tiefste erschüttert. Welcher Gewinn steht zur Aus-gleichung solchem Schaden gegenüber? Die einmalige Er-sparniß von etlichen hundert Millionen, oder, was gleich-bedeutend, eine jährliche Zinscrsparniß von sagen wir 5Proccnt dieser Millionen. Kann bei einer Nation, die jähr-lich Milliarden für öffentliche und individuelle Bedürfnisseausgibt, eine vcrhältnißmäßig so kleine Ersparniß für dieGefahr entschädigen, daß zeitweise so großes Unglück übersie komme?

Wenn diese Art zu folgern richtig wäre, so hätten dieBaardccknngsfanatikcr leichtes Spiel. Es wäre dann aberauch wol schwerlich wohlverwaltctcn, hochentwickelten Cultur-ländern eingefallen, sich im Leben trotz aller Erfahrung dcnGrundsatz der vollen Baardcckung vom Leibe zu halten.Wenden wir z. B. unsere Blicke auf das gewerblich höchst-entwickelte der Länder, auf England . Seit dem Jahre 1844ist der höchste Betrag, welchen die Bank von England anungedeckten Noten ausgeben darf, 14 Millionen Pfd. St.Es existiren neben ihr noch eine Anzahl Banken in dem ver-einigten Königreiche. Die Gesammtausgabe sämmtlicherHaupt- und Nebcnbanken an gedeckten und ungedeckten Notenbclicf sich beispielsweise in der letzten Aprilwoche 1872*)

*) Wir nehmen um so lieber die uns gerade zur Hand liegende