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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Keine verzinslichen Einlagen.

Neben dem eigenen Kapital, dessen Steigerung manfälschlich oft als eine wesentlich maßgebende Vorbedingunggesteigerter Dienstleistungen anführen hört, wird auch nichtselten darauf hingewiesen, daß die Banken dem Publikumihre Dienstleistungen dadurch verstärkt darbieten sollen, daßsie zwar nicht ihr eigenes Kapital vergrößern, aber dochdadurch, daß sie fremde Kapitalien zu ihrem Gebraucheheranziehen. Soll dabei von Banken überhaupt die Redesein, so steht nichts einzuwenden. Handelt es sich aber umZettelbankcn, so muß entschieden widersprochen werden. Diegroßen europäischen Banken geben wol Vorschüsse aufZinsen, aber sie nehmen keine Vorschüsse auf Zinsen.Weder der englischen, noch der französischen, belgischen, hol-ländischen kommt so etwas in den Sinn, die Preußischethut es nur für Ausnahmsverhältnisse. Eine so hervor-ragende Thatsache spricht allein schon für die Richtigkeit desGrundsatzes. Auch ist es nicht schwer, die Erklärung desselbenzu geben. Wer Geld gegen Zinsen aufnimmt, ist gezwungen,dasselbe wiederum nutzbar anzulegen, und zwar zu höher»Interessen als die, welche er gibt, sonst verlöre er bei dem