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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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Geschäft. Die oberste Gesundheitsmaßregel einer Zcttelbankist aber: sie darf nie den Geschäften nachlaufen, sie mußsie an sich herankommen lassen. Wir werden davon nochzu reden haben, wenn die Sprache auf den Vorzug dergroßen Banken vor den kleinern kommt. Einstweilen nurso viel: ein Darleiher der nach Anlagen sucht, ist immer ingrößerer Gefahr, einen zweifelhaften Schuldner anzunehmen,als einer, dem sein Geld keine Zinsen frißt. Da aber deroberste Grundsatz des Zettelbankwesens ist, nach menschlicherMöglichkeit alle Gefahren zu vermeiden, so gilt dies vorallem auch von der Versuchung zu zweifelhaften Geschäften.Nichts ist dankbarer für den Brotneid, der sich in das Ge-wand der Begeisterung für das gemeine Beste hüllt, alsüber das Unrecht der Zettelbanken zu schreien, die sich Geldumsonst machen. In diesemGeld umsonst" liegt dasgrößte Element ihrer Solidität. Es macht sie, indem esihnen eine sichere Gcwinstquclle öffnet, für den täglichenGebrauch zu den kühlsten, besonnensten Darleihern, mitdenen es im Punkte der Vorsicht niemand aufnehmen kann;es macht sie umgekehrt in Zeiten der Noth zu muthigen,großartigen Helfern. Und da ihr Wohlergehen in beidenLagen mit dem des Landes verknüpft ist, so ist es nicht zutheuer erkauft mit demGeld umsonst". Auch soll eineZcttelbank, deren Aufgaben wir dargelegt haben, möglichstwenig von diesen abgezogen, nicht in ihrer Aufmerksamkeit ge-theilt werden. Was andere besorgen können, soll sie andernüberlassen. Um Geld zu 3 Procent aufzunehmen und zu4 Procent auszuleihcn, braucht man keine Zcttelbank. Daskann jede Depositen- und Girobank besorgen. Endlich solleine Zcttelbank auch den Kreis und die Zahl ihrer Ver-

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