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pslichtungm schon darum nicht unnöthig ausdehnen, weil inZeiten der Krisis sich dadurch der Druck der anströmendenGläubiger vermehrt. Die weitaus meisten Bankkatastrophensind bekanntlich durch den Sturmlauf der rückforderndenGläubiger mehr als durch solche, welche die Zettel derBank gegen Metall umzutauschen begehrten, hervorgerufenworden.
Aus diesen und vielen andern Gründen zweiter Ord-nung nehmen die großen Banken nur unverzinsliche Ein-lagen an. Doch erreichen auch diese bei guter Organisationeine solche Höhe, daß sie die — von den Befürwortern derverzinslichen Einlagen gewolltc — Concentrirung von ver-fügbaren Mitteln im Interesse der Bedürfnisse in ansehn-lichem Grade befriedigen helfen.
Uebrigens hat diejenige Motivirung, welche für dieGründung aller Arten von Banken angeführt zu werdenpflegt, nämlich daß sie schlummerndes Kapital zum Lebenerwecken und aus den Winkeln zerstreutes zusammenkehren,diese Motivirung, sagen wir, hat heutzutage viel von ihrerKraft verloren; sie hat nur noch die Bedeutung eines histo-rischen Entstehungsgrundes. Die Zeit, da man die Kapi-talien wecken und zusammcntrompeten mußte, liegt hinteruns. Wenn in etwas gesündigt worden, so ist eher zuvielmobilisirt und infolge der „Mobilisirung" — um einenparlamentarisch gewordenen Ausdruck zu gebrauchen — auchzu viel „vermöbelt" worden.