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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Verwerthung des Wechsels, d. h. Discontirmlg.

Der Ausspruch, daß der Wechsel das Werkzeug ist,mittels dessen abwesendes Kapital ersetzt oder unzulänglichesergänzt wird, setzt als bekannt voraus, auf welche Art derWechsel zu dieser Dienstleistung gelangt.*) Solange erin den Händen dessen bleibt, der ihn auf seinen Känferzieht, vermehrt er dessen Betriebsmittel nicht. Wenn derTuchsabrikant in Aachen auf den Tuchhändler in Frankfurt für den Betrag der gekauften Waare einen Dreimonat-wechsel gezogen und auch wenn der letztere durch sein Acccptsich verpflichtet hat, den Betrag bei Verfall zu zahlen, sobesitzt jener Fabrikant erst ein beschriebenes Stück Papier .Zu neuen Ankäufen vom Wollhändlcr oder zur Tilgungfrüherer Verpflichtungen kann er sich dieses Papiers nichtohne weiteres bedienen. Er muß es zu Gelde machen, unddiesen Umtausch eines noch nicht verfallenen Wech-

*) Es ist hier immer vom Wechsel nur die Rede als dem In-strument der Creditoperation. Er hat seine ursprüngliche Bestimmung,Zahlungen von Ort zu Ort zu vermitteln, nicht im geringsten ein-gebüßt, aber bei dieser Vermittelung kommt die eigentliche Dienst-leistung der Banken nicht ins Spiel.