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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
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weise sie an ihr Zahlungsversprcchen erinnern, Rede stehen,die vorgezeigten Noten einlösen kann.

Diese Gewißheit herzustellen, gäbe es ein einfaches Mittel:niemals mehr Zettel in Umlauf setzen, als klingendes Gelddaheim im Kasten liegt. Neuerer Zeit haben wieder mancheansehnliche Männer in Deutschland diese Lehre verkündet;doch stehen sie vor allen Dingen mit den lebendigen That-sachen in Widerspruch. Es gibt nämlich, so viele Bankenauch über die Welt hin verbreitet sind, keine einzige Zettel-bank, welche nach diesem Grundsatz gebildet wäre. Wo eineZcttelbank existirt, hat und übt sie das Recht, mehr Zettelauszugeben, als sie Metall im Kasten hat. Es kann zu-fällig einmal vorkommen, daß beide Zahlen sich decken; aberdiese an sich seltenen Fälle sind nie beabsichtigt, undwenn sie eintreten, ein Zeichen ungewöhnlicher, meistens ge-störter Verkchrsvcrhältnissc. Gewiß ist es schon ein sehrstarkes Argument gegen eine Lehre, wenn in einer Welt, inder Praxis und Wissenschaft des Gcldgetriebcs so ausgebildetsind und zu allen erdenklichen Mannichfaltigkeitcn Freiheit,Anlaß und Spielraum geben, eine an sich durchaus nichtneue Anschauung niemals vom praktischen Leben befolgtworden ist. Es gibt Banken, welche keine Zettel ausgeben;aber keine Bank, welche Zettel ausgibt, beschränkt, sich grund-sätzlich auf das Maß ihres jeweiligen Metallvorraths.

Soviel ist von vornherein gewiß: diejenigen welche jeneBeschränkung predigen, sind mit dem, was wir oben alsden Hauptzweck der Zettclbanken hinstellten, nicht einver-standen. Denn welchen Grund können sie überhaupt dafüranrufen, daß es Banknoten in der Welt geben soll? Offen-bar nur einen einzigen: den der mechanischen Schwere. Pa-