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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
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der Actien; um so mehr, als diese von selbst fließt und beiden langen Conccssionsfristen doch die Schwankungen sichausgleichen. In England und Belgien untersagen sich dieBanken, von dem Ueberschuß, den die in schweren Zeitengebotene Zinsstcigcrung herbeiführt, Gewinn zu vertheilen.Es soll damit der sprechende Beweis geliefert werden, daßeintretendenfalls nicht Gcwinnlust, sondern nur das öffent-liche Wohl jene höhcrn Forderungen an die Zinszahlerherausgerufen hat.

Es gehört zu den Grundersordcrnisscn einer Zettclbank,daß dieser Geist in ihr walte, und man kann sagen, in dengroßen Banken der europäischen Handelsstaatcn steht dasWalten eines solchen Geistes überliefcrungsmäßig fest.Selbst in Frankreich, nächst Italien dem Lande der b'avoris UiZnarcki, der persönlichen Einflüsse und Rücksichten, spie-len diese sonst so mächtigen Gewalten bei der Uainino cisKranes eine verhältnißmäßig geringe Rolle. In England ,Preußen, Holland, Belgien fühlen sich die Leiter der Bankwie Sachwalter der großen Gesammtheit, nicht der beson-dern Actionärc; schon deshalb, weil die wahren Interessenbeider zusammenfallen. Eine große Landcsbank, welchereigennützige Schädigung des gemeinen Wohls nachgewiesenwerden könnte, würde kein Privilegium retten. Und eben jeweniger das kaufmännische Interesse dem Verdacht ausgesetztist, aus Eigennutz zu handeln, desto mehr Energie kann esnicht blos dem Publikum, sondern auch der Staatsmachtgegenüber entwickeln. So konnte noch jüngst die französischeBank, die so eng mit dem Staate verwachsen ist, wagen,eine von der Nationalversammlung beschlossene Bcrtrags-änderung kurzer Hand abzulehnen. Niemals hätte dieser