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Die Zettelbank vor dem Reichstag : Versuch einer gemeinverständlichen Darstellung / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Gedanke aufkommen können, wäre er aus der einseitigenSorgfalt für den Geldbeutel der Actionäre entsprungen.Aber er stützte sich ausschließlich auf das bessere Sachver-ständnis;. Darum, mit einem Wort, kommt es vielmehr dar-auf an, daß unabhängige, gewissenhafte, angesehene Sach-verständige im Einklang mit der Staatsgewalt eine Bankführen, als Vertreter des Bankkapitals. Zu dieser Einsichtkommt man um so leichter, wenn man sich erinnert, welchelenden und ungeschickten Gebrauch das Volk der Actionäre,sei es in Wahl seiner Vertreter, sei es in Ucbcrwachuugderselben, von seinem Selbstvcrwaltnngsrecht zu machenPflegt. Die Volkssouvcränctät der Einwohner einer Actien-rcpublik ist von allen Strohmajestäten dieser Sorte noch dieerbärmlichste.

Dieselbe Größe des Maßstabes, dieselbe Sicherheit desGewinns, dieselbe Empfindung höchster Verantwortlichkeit,welche den Leitungen großer Landcsbankcn die innere Kraftgibt, der Staatsgewalt oder dem Publikum zu widerstehen,wenn eine gesunde Bankpolitik strenge, enthaltsame Verwen-dung der Mittel vorschreibt, dieselben Voraussetzungenmachen es ihr auch möglich, in andern Fällen mit einer ge-wissen Kühnheit und Verachtung der Gefahr vorzugehen, wodiese angezeigt sind. Es gibt Krisen, in welchen durch Reffender Segel dem Sturm zu begegnen ist; es gibt aber auchMomente im Verkehrslcben, in denen es gilt, alle Segeleinzusetzen, um rasch um ein gefahrvolles Cap herumzu-kommen. Das sind die Augenblicke, in denen die Furcht,die schrecklich bethörende, Unheil verbreitet, in denen es gilt,vor allem das nach allen Seiten fliehende Vertrauen zurück-zurufen. In solchen Momenten hat anch die Bank von