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Restauration vorausschickte. Und daß ein Historiker, wie Hein-rich v. Sybel, der wie kaum ein anderer durch seine Kennt-nis Frankreichs und sein fein gebildetes ästhetisches Urteil dasRecht hatte, sich zur Sache zu äußern, Hillebrands Auffassungdes Ganges der Entwicklung Frankreichs , seine Darstellungder Ereignisse und die Zeichnung der handelnden Personenmit lebhaftem Beifalle begrüßte, mußte Hillebrand schon alleindie Gewißheit geben, daß er ein Werk zu schaffen im Be-griffe sei, das länger als ein nur der Gegenwart dienendesSchriftwerk seinen Namen unter den deutschen Geschichts-schrcibcrn verewigen werde. Der eine Satz der SybelschenBesprechung des Buches in der „Historischen Zeitschrift" (Bd. 45S. 154): „Bei einer Erörterung der literarischen, religiösen,sozialistischen, ökonomischen und geselligen Bewegung zur Zeitdes Juli-Königtums, einer Zeit also, wo in Frankreich aufallen jenen Gebieten die Geister mit beispielloser Energie undin zahllosen Parteischattirnngen aufeinander platzten — beieiner solchen Erörterung wird kein Verfasser der Welt aufungeteilte Zustimmung zu jedem Punkte seiner Auffassungund Beurteilung rechnen dürfen. Um so entschiedener aberist zu betonen, einmal die Gründlichkeit des Studiums, aufwelchem die Darstellung beruht, die Masse des darin ver-arbeiteten Materials, die Zuverlässigkeit der einzelnen tatsäch-lichen Angaben, und sodann die Richtigkeit des leitenden Ge-sichtspunktes, unter welchem die wechselvolle Bewegung beobachtetund in ihren: Gesamtergebnis charakterisiert wird." Diesereine Satz mußte Hillebrand die volle Sicherheit geben, daßer nicht umsonst gearbeitet habe und sein Werk für alle die,welche in Zukunft die Geschichte Frankreichs studieren undbegreifen wollen, eine der ersten Quellen bleiben werde.
Trotzdem daß unser Freund von 1875 au ganz in denVorbereitungen zu seinem Werke aufzugehen schien und indiesen Jahren mehrere größere Reisen machte, um dafürin Turin und Berlin die Archive auszubeuten, sich indie unendliche Memoirenliteratur, die ihm glücklicherweise das