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Zusammengehen mit ihm zu fiudeu uud so das Auseinandcr-brcchen von Beziehungen zu verhüten, welche das gemeinsameStreben nach einem Ziele geknüpft hat, und die nur die verschie-dene Auffassung des rechten Weges, eben jenes Ziel zu erreichen,wieder zu zerreißen droht. Ich denke wenigstens, daß sowenig uns mit einem feudalen partikularistischen Ministeran der Stelle des Grafen Bismarek gedient sein wird, auchGraf Bismarck an dem Heranwachsen einer partikularistischenDemokratie in den alten und neuen Provinzen keinen Ge-fallen finden wird. Schon diese Abneigung gegen die Ex-treme, die an der Zerstörung des Werkes von 1866 Tagund Nacht arbeiten, könnte uns für ein gut Stück Weg zu-sammenführen.
IV.
Wir alle, welche wir seit Jahrzehnten an die Aufrich-tung des deutschen Nationalstaates durch Preußen geglaubtund gearbeitet haben, und in diesem unseren Glauben durcheine Politik nicht irre geworden sind, die den Staatunserer Hoffnung an den Rand des Verderbens zu führenschien, haben nach den Ereignissen von 1866 gewiß keineUrsache, nun jetzt daran zu zweifeln, das Preußen die ihmgewordene Aufgabe lösen werde. Und deshalb haben wirauch keinen Grund, um die Zukunft der nationalen Partei inPreußen besorgt zu sein. Wird das große Ziel erreicht, sotragen auch diejenigen die Siegesprcise mit davon, welchealles vorbereitet hatten, um den Sieg zu ermöglichen, auchwenn sie dann im Wettkanrpfe selbst aus irgend einem Zufallzurückgeblieben sein sollten. Aber gleichgültig ist es doch nicht,in welchem Zustande unser Volk zum Ende gelangt, wie langees sich noch abmühen muß, ehe es in den sicheren Port ein-läuft, und wie viele seiner Söhne auf der Fahrt verlorengehen. Sie sind freilich nicht allzu ängstlich, daß durch die„Verpreußung" Deutschlands unserem Volke ein guter Teilder Vorzüge werde abhanden kommen, durch die es auch