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Seiten des hessischen Staatswescns und die mancherlei Ver-dienste, welche sich Hassenpflug während seines ersten Mini-steriums erworben hatte, hervorzuheben. Hätte er dieses getan,so würde die Wirkung seines Aufsatzes, in Hessen wenigstens,eine stärkere gewesen sein. Denn nun fielen die journalistischenVerteidiger des Kurfürsten in bekannter Weise über H. v. Sybelher, entblödeten sich nicht, dein großen Geschichtsschreiber unteranderem vorzuhalten, auch er habe einmal hessisches Brotgegessen und dergleichen mehr. Aber auch Otto Bähr wurdedurch diesen Aufsatz so gereizt, daß er in den „Grenzboten"Sybel zur Rede stellte und als, wenn auch sehr bedingterLobredner der vergangenen Zeiten auftrat. Es versteht sichvon selbst, daß dies von Bähr in einer anderen Sprachegeschah als es die Parteigänger Hassenpslugs und einigeEhattomanen für angebracht hielten.
Setzen wir also hier eine allgemeine Kenntnis der Zu-stände und Einzelheiten in Hessen während der Regierungdes letzten Kurfürsten voraus, so wollen wir doch wenigstensdie wichtigsten Punkte hervorheben, welche schließlich zu demUntergang Kurhessens als eines selbständigen Staates ge-führt haben. Da ich hier nur vorzugsweise von den innerenVerhältnissen Hessens sprechen werde, so wende man nicht ein,daß ohne das Eingreifen Preußens von außen trotz alledemder Kurstaat noch lange fortbestanden haben würde. Dennabgesehen davon, daß ein Eingreifen Preußens in der statt-gehabten Weise nicht möglich gewesen wäre, wenn dieinneren Zustände Hessens eben andere gewesen wären, soist doch nicht zu vergessen, daß durch die Regierung FriedrichWilhelms 1. und seiner Helfershelfer schon 1850 das Landin einen Zustand gebracht war, der ohne Eingreifen vonaußen die Herrschaft des Fürsten lahm gelegt oder völligbeseitigt hätte. Soweit hatte man damals schon dieses ruhigeuud treue Volk, das Militär, die Beamten und die Bürgerdes Landes fast ohne Ausnahme gebracht. Wären nicht dieStrafbaycrn gekommen, deren Heldentaten im Lande noch