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Silber / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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noch in Reichsschatzscheinen genügend vorhanden sind, somag sogar ein Drennarkstück, obgleich nicht ins Dezimal-system Passend, seinen Nutzen haben. In der Reichsbankwerden nach dem Verschwinden der achtundsiebenzig Millio-nen Oesterreicher weniger als zweihundert Millionen Markin deutschen Thalern bleiben, und da der Goldvorrath daselbstzwischen 600 und 800 Millionen Mark schwankt, in den Privat-banken, im Publikum und im Juliusthurm daneben sichnoch etwa achtzehnhundert Millionen befinden, so sind wirdamit der effektiven Reichsgoldwährung ganz nahe gekommen,wie die große Münzreform sie wollte und wie wir sie ohnedie fatale Maßregel des Frühlings 1879 längst hätten. NachEinziehung der österreichischen Thälerkönntedie Reichsregierungganz unbedenklich die Reichsgoldwährung proklamiren, d. h.die noch vorhandenen Thaler zu Scheidemünze machen,wovon nicht mehr als zwanzig Mark bei großen Zahlungenangenommen zu werden brauchen. Eine logische Folgedavon wäre, daß die Reichsbank in Zukunft den Stand ihresMetallvorraths nach Gold und Silber getrennt allwöchent-lich bekannt gäbe, wie es in allen civilisirten und sogar nichtganz civilisirten Ländern geschieht.