-
4
-
Ich muß Sie also, obwohl ich sonst lieber Umgangdavon nehme mit der vorschriftsmäßigen Kaptation des Wohl-wollens anzufangen, doch bitten, einen anderen Maßstabanzulegen an das, was ich die Ehre haben werde, vorzutragen,als an die kunst- und schulgerechten Vorlesungen, die Siehier zu hören gewohnt sind.
Es ist eine ganz vortreffliche Sitte, die sich bei uns indieser Weise ausgebildet hat, die dem überall rege gewordenenBedürfnisse entspricht, die Bildung, die man in den Schulennothwendigerweise in nur etwas kümmerlichem Vorrathempfangen kann, auch im Leben fortzupflegen; und es wärezu wünschen, daß bei dem, was man bis jetzt als Sitteeingeführt, nicht stehen bleibe.
Es ist eigentlich unrichtig von mir, mit der Moralanzufangen, mit der man den Vortrag schließen soll. Aber ichwill gleich sagen, warum ich die Gedanken, die mir bei dieserGelegenheit kommen, nicht auf das Ende verschieben will.
Das Schwierigste bei solchen Vorträgen ist das richtigeBeitmaß einzuhalten. Die Herren, welche die Routineder Sache haben, wissen ganz genau, wie viel Stoff fürsolch eine stündliche Unterhaltung verbraucht wird, was anmateriellem Inhalt zusammenzubringen, und wie vieleArabesken sie sich erlauben dürfen, und kommen so auchimmer, wie die Eisenbahn im richtigen Momente, an derrichtigen Stelle zu Ende.
ind Unser Einem, der mit dieser Gewohnheit nicht vertraut,passirt gewöhnlich, daß er sich mit zuviel Fracht belastet,und gewöhnlich sieht er die Geduld seiner Zuhörer oderdie Stunde zu Ende, bevor er eigentlich sein Schiff aus-geladen. dopjud? isid ad
C
Eben weil ich die Sitte solcher Vorlesungen nur außer-ordentlich billige und sie gerne überall ermuntern möchte,gestatte ich mir die Bemerkung, daß meines Erachtens derenhöhere Ausbildung darin bestünde, eine einzige Disciplinfortgesetzt in einer Reihe von Abenden
-
vorzutragen.