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Die Geschäftswelt angesichts der Geschäftslage in Deutschland : ein Vortrag gehalten ... zu Mainz ... 1875 / von Dr. Ludwig Bamberger, Reichstagsabgeordneter
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Allerdings hätte dies auch Nachtheile; es wäre nichtso unterhaltend, wenn Sie z. B. den Lehrer einer Universitätengagirten, der jede Woche oder alle 14 Tage herüberkäme,um Vorlesungen über Nationalökonomie zu halten, welchedann im Laufe des Winters in einem Cursus absolvirtwerden könnten. Es wäre das allerdings nicht so unter-haltend, wie wenn auf jezige Weise sämmtliche Wissenschaften:Naturgeschichte, Volkswirthschaft, Aesthetik u. s. w. anIhnen vorüberziehen.

Aber für die eigentliche Ausdehnung der menschlichenKenntnisse, für die höhere Ausbildung, für die ernſterenZwecke Deſſen, was Sie eigentlich im Auge haben, wäre esempfehlenswerth, darüber nachzudenken, ob das, was ichangedeutet, nicht mit dem zu verbinden sei, was die ständigeSitte herausgebildet.

Sie werden, ich bitte darum, meinem großen Intereſſe,das ich an dem Gedeihen Ihres Vereines nehme, dieseDigression zu Gute halten.

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Ich komme jetzt zu meinem eigentlichen Gegenstande, derzunächst Ausgang nimmt von dem Verlangen, das Jeder vonuns in sich trägt, am Schlusse- und ich hoffe, wir sindja am Schlusse einer Periode, die zu etwas zerknirschendenBetrachtungen über den Gang des deutschen GeschäftslebensAnlaß lieferte, uns einigermaßen Rechenschaft zu geben überdie Sachlage, über die Ursachen, und damit über die Art,wie aus dieser Sachlage herauszukommen, nicht blos für denAugenblick das ist vielleicht die mindest schwierige Auf-gabe, die sich durch den Verlauf der Dinge von selbst ergibt,sondern herauszukommen für die Zukunft.

Es ist dies um so wichtiger für Sie als Kaufleute undzum Theil angehende Kaufleute, als es sich hier nicht blosum die leibhaftigen, greifbaren, nächsten Vortheile handelt,sondern um die höheren, idealen Vortheile, um die Vortheileder ganzen Lebensstellung.

Wir können uns nicht verbergen, daß der Kaufmanns-