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W. L. SCHREIBER
drucker gewefen fei, von F. Lippmann im Repertorium für Kunßwiffenfchaft, Berlin 1878, Bd. I, S. 234äusgefprodien.
12. Gilliodts, L’oeuvre de Jean Brito, prototypographe Brugeois, Brügge 1897.
13. E. van Even im Messager des Sciences historiques de Belgique, Gand 1866, S. 284 ff.
14. Lehrs im Jahrbuch der K. preuß. Kunßfammlungen Bd. XVIII (1897) S. 46 und Kämmerer ebendortBd. XVII (1896) S. 143; dieAnßchten des leßteren über dieHeimath desSpielkartenmeißers erfcheinenmir aber weniger zutreffend. — Für das folgende vgl. Jules Renouvier, Histoire de Vorigine et desprogr&s de la gravare. Bruxelles 1860, S. 28.
15. Selbß der allgemein übliche Ausdruck „Schrotblätter“ fürMetallfchnitte verdankt nur einer Flüchtigkeitfein Entßehen. v. Murr hatte in dem 1618 gefchriebenen Katalog des Nürnberger Kunßfammlers PaulBehaim gelefen: „11 Stuck einer vhralten Passion von gefchrotner Arbeit mit dieferjahrzahl: Ao. 1440“und hierunter Metallfchnitte vermuthet. v. Heinecken bezweifelte bereits (Neue Bibliothek der fchönenWiffenfchaften, Leipzig 1777, Bd. XX. Stück 2, S. 238 und Neue Nachrichten von Künßlern und Kunß-fachen, Leipzig 1786, Bd. I, S. 279) die Richtigkeit der Hypothefe, aber Sotjmann nahm 1841 den Aus-druck wieder auf und bürgerte ihn ein, wahrfcheinlich weil die gepunzten Metallfchnitte faß den Eindruckerwecken, als wären [ie von einem Schrotfchuß durchlöchert, welche Eigenthümlichkeit auch die Be-zeichnungen „maniere criblee“ und „ dotted manner“ zum Ausdruck bringen. Behaim meinte aberzweifellos etwas anderes, denn er verzeichnete in feinem Katalog auch „Etlich Passionalßuck, GeißlicheMänner vnnd Weiber von gefchrotner Arbeit mit Roth vnnd Weiß gedruckt,“ und derartige, farbig ge-druckte Metallfchnitte ßnd bisher nirgends aufgetaucht.
16. Der Helm iß abgebildet bei G. von Suttner, Der Helm, Wien 1878 Tf. V; die Werkzeuge ßnd es inForrer’s Zeitfchrift „Antiqua,“ Straßburg 1890, S. 53.
17. Deutfehes Kunßblatt, Jahrgang II, Leipzig 1851, S. 21.
18. Die in der jüngeren Manier ausgeführte Grabplatte des flämifchen Ritters Martin seigneur de la Capelleiß in der Zeitfchrift „L’art pour tous“ Jahrgang XX No. 507 farbig abgebildet, und der Herausgeber be-merkt dazu: „In Frankreich ßnd die Grabmäler diefer Gattung in Stein ausgeführt; in Flandern aber,dem Lande der Mefßngwaaren, trifft man deren in Rothkupfer geßoehen, die wie ein zum Drucken be-ßimmter Kupferßich ausfehen.“ — Wenn in diefem Falle, wie überhaupt in fpäterer Zeit, ßatt der ein-fachen Bearbeitung des Hintergrundes mit Punzen, diefer mit einem teppichartigen Mußer bedecktwurde, fo mögen die fchachbrett- oder rautenartig verzierten Goldgründe der Miniaturen dabei aller-dings vorbildlich mitgewirkt haben, aber die eigentliche Veranlaffung blieb doch die Abßcht, die beidem Schaben des Hintergrundes unvermeidlichen Unebenheiten deffelben zu verfchleiern.
19. Veröffentlicht von Senator Dr.W.Brehmer in den „Mittheilungen des Vereins für Lübeckifche Gefchichte“1889, S. 208.
20. Der fchon erwähnte hl. Bernardin mit der Jahreszahl 1454, abgebildet bei W. Y. Ottley, An inquiryconcerning the invention ofprinting, London 1863, S. 194; eine hl. Catharina, abgeb. Schreiber, ManuelBd. VI, Tf. 28; ein hl. Chrißoph, abgeb. W. Schmidt, Druckdenkmale Tf. 32, und ein hl. Georg, abgeb.Vicomte Henri Delaborde, la Gravüre, Paris o. J. S. 53. — Der Raum geßattet es nicht, näher auf dieEinzelheiten einzugehen, und ich muß für diefe auf den III. Band meines Manuel verweifen. Bemerktfei aber noch, daß auch das erße in Mainz erfchienene illußrirte typographifche Werk, die 1479 von Nu-meißer gedruckten Meditationes Turrecrematae, mit einer ßattlichen Zahl von Metallfchnitten geziert iß.
21. Lehrs, im Jahrbuch der preuß. Kunßfammlungen Bd. XI S. 161; Abbildungen der Originale und Copieenbei L. Cuß, The master E. S. and the Ars moriendi. Oxford 1898.
22. F. Lippmann, Die ßeben Planeten. Publikation der internat. chalcographifchen Gefellfchaft für 1895. —Abbildungen eines Blattes der Kupferßich-Pafßon bei von Lütjow, Gefchichte des Deutfchen Kupfer-ßichs und Holzfchnitts, Berlin 1891 S. 15, F. Lippmann, Der Kupferßich, Berlin 1896 S. 17 und anderwärts.
23. Zuerß vollßändig befchrieben von F. X. Stöger, zwei der älteßen deutfchen Druckdenkmäler, München 1833. — In meinem Manuel Bd. III 2500 hob ich hervor, daß bei den Ausgaben mit handfchriftlichemText die Bildplatten völlig unverleßt ßnd. Als die Metallplatten, die nur eine Stärke von etwa 6 mmhatten, gleichzeitig mit den Typen gedruckt werden follten, ßellte ßch die Unmöglichkeit, dies zu thun,heraus. In Folge deffen wurden die Metalltafeln einzeln auf Holzplatten aufgenagelt, fo daß ße diefelbeHöhe wie die Typen erreichten, und man bemerkt bei jedem Bilde diefer Ausgabe deutlich die Abdrückeder Nagelköpfe. — Wegen der folgenden Pafßon vgl. Manuel III 2233.