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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DAS GESCHLECHT GÄNSFLEISCH. II. DIE LINIE SORGENLOCH .

Domesund zu St. Andreas inWorms,ein naher Verwandter von ihr, wol Vatersbruder war(Schannat, Hist. Worm., S. 76 u. 131). Nach dem Auffatj von Merlo: Peter v. Clapis,ein Kölner Gelehrter und Kungfreund des 16. Jahrhunderts (Annalen des higorifchenVereins f. d. Niederrhein , XVIII, S. 1 ff.), auf den mich das Kölner Archiv verwies, erhellt,dag der, den Beinamen Breitgain führende, Bruder Marthas etwa 1480 geboren war, undaus einem vornehmen Gefchlecht aus Novara abgammte. Er war fpäter Dr. jur. undProfeflor zu Köln , auch im gädtifchen Dienge thätig. Der Oheim war danach auch Propgvon Maria ad gradus in Köln ; vorher und in 1479 Canonikus zu Speier und Cantor undCanonikus des Wormfer Doms, auch Propg zu S. Andreas dafelbg (a. a. O., S. 10 2 ) u. 15).Der Vater der Martha wird einer der beiden Brüder Andreas und Petrus de Clapis ge-wefen fein, die dem Erzbijchof am 3. April 1492 zu Mainz einen Revers wegen des MainzerHaufes zum Wolf, Holzftrage 17, ausgellen. Diefes Haus war dem Herrn Petrus Anthoniusde Clapis, Propft zu Worms und Prothonotar des Apogolifchen Stuhls, vom Erzbifchofauf Lebenszeit von Abgaben befreit worden. Es war angekauft, dann abgeriflen, neuaufgebaut und mit ihrem Hofe vereinigt worden. Nach dem Tode des Propges folltenge künftig davon jährlich 1 fl., je zur Hälfte für Wachtgeld und Hertjchilling, be-zahlen. Das Verwandtfchaftsverhältnig zwifchen den Brüdern und dem Propg ig nichtbezeichnet (Mainzer Ingroffaturbuch N. 46 im Würzburger Kreisarchive, f. 307). In denJahren 1508 und 1509 wurde Bernhart und feine Frau von den Erzbijchöfen auf Lebens-zeit vom Mainzer Hertfchilling und Wachtgeld befreit (Würdtwein, Nova Subgdia diplom.X, S. LXXIII, u. Ingroff.-Buch E. B. Uriels). Am 13. März 1512 wurden Bernhart undMichel (II 30) mit den hefgfchen Lehen beliehen (Orig. Rev. im Darmg. Archive). Schon am3. Juli 1512 garb Bernhart. Sein Grabmal ftand in der Kirche zu Höchft a. M., vor demLiebfrauen-Altar (Aus Helwichs liber divers, epitaphiorum bei z. Jungen, F. G. Chr. III,f. 402). Nachkommen Bernharts werden nicht erwähnt.

(1128) KATHARINA v. S. g. G., Tochter des Hans (1121). Im Jahre 1480 wird gebereits erwähnt (gehe 1127). 1518 wird ge, ohne namentliche Bezeichnung, im Tegamenteihres Oheims, als Nonne zu St. Clara in Mainz genant (gehe 1122). Noch im Jahre1550 bedenkt ge ihr Bruder Michel letjtwillig (gehe 1130).

(1129) JOHANN v. S. g. G., Sohn des Hans (1121). Im, oder bald nach dem Jahre 1501wird Joh. Gänsfleifch als 7. Altarig zu St. Quintin in Mainz erwähnt (Severus, ParochiaeMog. pp.jhandghriftlich ergänztes Exemplar der Stadtbibliothek zu Mainz , S. 103). Johannhatte ftudiert; im März 1502 wird er als Magiger bezeichnet (Brief an feinen Vater imArchive des Frhrn. v. Holzhausen zu Frankfurt, und Fichard, G. G., v. Sorgenloch , R 4).Im October 1503 war er bereits Canonikus zu Liebfrauen in Worms (z. Jungen, F. G.Ch. III, f. 402). Am 12. Augug 1507 war Johann als Amtmann (officiatus) der Pfarrkirchev. St. Emmeran in Mainz thätig (Urkunde im Pfarrarchive); nach Schaab (E. B., Tafel II,Sorgenloch, ohne Beleg) fei er Inhaber des St. Katharinen-Altars in diefer Kirche ge-wefen. Vom 18. März 1509 bis zum 18. März 1510 igjohann als Vicepleban und Ver-wefer diefer Pfarrei, für den, wol durch feine Docentenpflichten gehinderten, PfarrerJacob Mergetter nachweisbar (Schaab, E. B. II, S.327, undPfarrarchiv v. St. Emmeran z.Mainz ). Auch 1517 wird er noch als Prediger bezeichnet (z. Jungen, F. G. Ch. III, f. 401);was geh aber nicht mehr auf St. Emmeran, fondern auf fein Predigeramt in Worms bezog.1518 war er Canonikus zu Liebfrauen in Worms (Tegament feines Oheims bei Fichard,