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G. G., v. Sorgenloch P 7). Johann fchlofj (ich, wie manche feiner Wormfer Amtsgenoffen,der Reformation an, während er Prediger zu Liebfrauen war. In Folge davon wurde erdurch Capitelsbefchluß entlaffen; fein Hausrath wurde mit Beghlag belegt. Am 12. Dec.<1528 brachten die kurpfdlzifchen Räte einen Vergleich zwifchen ihm und dem Liebfrauen-(lift zu Stande. Johann erhielt feinen Hausrat zurück, nebg 150 fl.; wogegen er die vonihm arregirten Stiftsgefälle zu Rorheim freigab und auf alle Ansprüche verzichtete (Mit-theilung des Kreisarchivs Speier, Urk. des Hochgifts Worms, N. 757). Am 10. Januar1531 fchreibt eine ungenante Perfon an Michel G., ihren Bruder, dag fie fich verehelichthabe mit der, die bisher feine Concubine gewefen fei (z. Jungen, F. G. Ch. III, f. 400’).Er fcheint von 1528 bis zu feinem Tode ununterbrochen lutherifcher Prediger zu Darm-gadt und Inhaber der dortigen Altarpfründe der h. drei Könige gewefen zu fein (Archivf. heff. Gefch. und Alterthumskunde XV, S. 579). Vermutlich hatte er diefe Pfründebereits alsWormfer Canoniker erhalten. Johann war der Haupterbe feines Bruders Michel.Durch befondere Vergüngigung Landgraf Philipps (d. d. Darmgadt 1. April 1534) folgteer ihm auch am 17. Nov. 1551 in das Grebenradtfche Lehen zu Darmgadt mit Zubehör(Lehnbrief im Darmgädter Archiv). Audi bereits vorher (cheint ihm, nach den DarmgädterStadtrechnungen zu fchliegen, fein Bruder Michel den Genug des Lehens überlaffen zuhaben. Johann erwarb in den Jahren 1536 und 1542Grundgücke zu Darmgadt (Gerichts-bücher der Stadt D.). Im Jahre 1551 trat Johann, als Erbe feines Bruders, ein ftreitigesStolberg -Königgeinfches Mannlehen zu Hechtsheim an den Stolbergifchen Rath Dr. Hiero-nimus v. Glauburg ab (Fichard, G. G., Sorgenloch R 4). Er fiegelte nur mit dem bekanntenSchildwappen der Familie. Im Jahre 1556 präfentirte er dem Propg zu St. Maria ad gradus zuMainz den Wolfgang Welle, (tudiofus und clericus Moguntin., auf den Altar zu St. Barbaravor Friedberg. In der Urkunde bezeichnet er fich als „armiger;“ vermutlich um bei demkatholifchen Prälat feinen Uebertritt nicht in Erinnerung zu bringen (O. Urk. im Darm-gädter Archive, Friedberg). Johann garb, ausweislich der Darmgädter Stadtrechnungen,im Jahr 1562, oder zu Anfang 1563, offenbar in hohem Alter. Der Name feiner ehe-maligen Dienerin und fpäteren Ehefrau ig unbekannt.
(1130) MICHEL v. S. g. G., Sohn des Hans (1121). Er wird zuerg am 25. Februar1503 in einem Familienbriefe erwähnt (z. Jungen, F. G. Ch. III, f. 402). Im Frühjahr 1509war er vor Gericht zu Mainz thätig, und wird als lediger Gefelle bezeichnet (Schaab,E. B. II, S.327). Am 22. Dez. 1509 verkaufte ihm Philipp v. Langeln das Haus zum Birnbauman St.Emmeran (gegenüber demHofe zum Nöllen) zu Mainz für eine dem Johann, demVetterMichels (II22), daraus fallende ablösliche Rente (Schaab, E. B. II, S. 329). Am 13. Dezember1511 berieth er geh mit feinem Frankfurter Oheim über die von ihm und feinem BruderBernhartzu empfangendenheffighenLehen (Köhler, E. G., S.88). Am 13.März 1512wurdeer und fein Bruder Bernhart damit beliehen (S. 1127), im Jahre 1515 Michel allein (Orig.Revers im Darmgädter Archive). Seit 1512 war er, durch den Tod feines Bruders, alleinigerInhaber diefes Lehens geworden. Am 25.Januar 1513 wurde er erzbifchöflicher Diengmann(Mainzer Ingroffaturbuch N. 50 im Würzburger Kreisarchive, f. 252). Gemeinfam mitfeinen Brüdern war er zu Finthen bei Mainz begütert (Schaab, E. B. II, S. 334 u. 347).Bereits 1447 ig dort Begtj der Familie nachweisbar (Zinsregiger des Johannisgifts imMainzer Stadtarchiv, K. 14, f. 79’). Gegen Ende 1516 und noch im Sommer 1517 warMichel zu Hagenau im kaiferlichen Dieng; er fei in vollem Harnifch beim Kaifer Maxi-