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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DAS GESCHLECHT GANSFLEISCH. II. DIE LINIE SORGENLOCH .

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milian; wie (ich ergibt, als Hofgejinde (Familienbrief bei z. Jungen, F. G. Ch. III, f. 401und Köhler, E. G., S. 77). Damals verfuchte er vom Haufe Eppßein die Succefßon indas Dietjifche Lehen zu erlangen, das durch den föhnelofen Tod des Johann v. Sorgen-loch (1126) dem Lehnsherrn in, oder kurz vor 1513 heimgefallen war. Er wurde, unterHinweis auf die Wappenverfchiedenheit, mit vollem Rechte abgewiefen, da er gar nichtvon dem er(ten Erwerber des Lehens (II6) abßammte (z. Jungen, F. G. Ch. III, f. 397bis 399). Man mochte den Zufammenhang felb(l nicht kennen. In Folge feiner untenzu erwähnenden erßen Heirath wurde Michel im Jahr 1521 Frankfurter Bürger, undJahrs darauf als Gefelle auf Alten-Limburg aufgenommen (Fichard, G. G., v. Sorgenloch ,R 3). Michel vergrößerte feinen Darmftädter Grundbeßtj durch Ankäufe in den Jahren1528 und 1532 (Darmftädter Gerichtsbuch). Michel befaß das von feinem Vater 1489 zuMainz erworbene Haus zum Nolden bei St. Emmeran noch im Jahre 1530 (Schaab, E. B.II, S. 346). Im Jahre 1545 verzichtet er auf das Haus zum Schlegel in der Hubelgaffezu Mainz (Mainzer Stadtbibliothek, Schaabs Papiere, 18). Im Jahre 1550 lagerte fein Ge-treide im Mainzer Haufe zum Maulbaum. Vom 24.Juni 1529 bis 7. Mai 1545 war er Rats-herr zu Frankfurt (z. Jungen, F. G. Ch. III, f. 397); er refignirte die Stelle wegen Schwer-hörigkeit. Außer des Altars St. Barbara vor Friedberg, war Michel 1538 auch Patron desAltars S.Crucis in der Stadtkirche dafelb(t(Orig.Präfent. v. 6. Nov. imDarmßädterArchive).Zu Mainz befaß die Familie zwei Altäre; über den zu St. Emmeran ertheilten die Baumeißerdiefer Kirche den drei Gebrüdern, ebenfo wie über ihr Erbbegräbnis, Zeugniß (z.Jungen,F. G. Ch. III, f. 397). In den Jahren 1544 und 1546 kaufte Michel Wiederkaufsgültenim Betrage von 105 fl. auf die Stadt Frankfurt , für zufammen 1800 fl. (Regißer im Frankf.Archive pro 154447). Michel hatte ßch der Reformation vor 1527 angefchloffen; in demCodicill zu feinemTeßamente vom 29.November 1550vermacht erden fechsFrankfurterPrädicanten Legate (z.Jungen, F. G. Ch. III, f.399 u. 400.) Michel ßegelt nur mit demSchildwappen. Die Umfchrift lautet: S.MICHEL. VO.SORGELOCH . GENSFLEIS.Michel war zwei Mal verheirathet, aber kinderlos. Zuerß, laut Eheberedung vom13. Juni 1521 im Darmftädter Archive, mit Elifabeth Blum, Witwe des Conrad zumJungen, Tochter des Wolf Blum und der Lifa v. Holzhaufen. Das feiner Frau ausge-worfene Witthum von 1000 fl. wird auf feine Güter zu Finthen, auf das Orthaus Hanau unter den Kannegießern und das Haus zum Schlegel in der Hubelsgaffe zu Mainz u. a. m.verßchert. Elifabeth ßarb vor 1539 (Fichard, G. G., Blum L 4). In zweite Ehe trat er1539 mit Margreth Rofenlecher, Tochter des Johann R. und der Barbara v. Gelnhaufen.Sie überlebte ihren Mann, der zwifchen dem 29.November 1550 und dem 7.März 1551verßarb (Fichard, G. G., v. Sorgenloch R 3).

(1131) WALTHER v. S. g. G., Sohn des Hans (1121). Im October 1493 war Waltherals Knabe bei Heinrich v. Bobenhaufen, dem Schwager feines Vaters, in Darmßadt.Diefer fchickte ihn damals wegen des dortigen fchlechten Gefundheitszuftandes nach Mainz zurück (Orig.-Brief im Archiv des Frhrn. v. Holzhaufen z. Frankfurt a. M.). Im Jahre1513 und 1521 war er Kapitular des Liebfrauenstifts in Worms (Schaab, E. B. II, 334 undWürdtwein, Subßdia diplomatica XII, S. 49). An Pfründen befaß er außerdem die AltäreS. Laurentii zu St. Emmeran in Mainz und zu St. Barbara vor Friedberg. Ueber letzteren,der Patronat der Brüder G. war, verglich er und feine Brüder ßch im Jahre 1519 mitder Stadt Friedberg, bezüglich einer von der Familie Großjohann geßifteten Spende für