DIE ZWEIFARBIGEN INITIALEN DER PSALTERDRUCKE.
283
Texttypen, d. h. die Gleichmäßigkeit des Einfatjes der ganzen Columnen iß derart, daßße nur durch gleichzeitigen Abdruck erreicht fein kann. Andrerfeits kennzeichnet derunverhältnißmäßig ßarke oder fchwache Einfatj der Typen einer Farbe (wie z. B. desRoth in Pf. 1502 Bl. 9a, 43 a, 44 a, 120 u. a.) den mehrformigen Druck.
Ich verzeichne aus Pf. 1459 folgende Beifpiele. Die gegenüberßehenden Seiten Bl. 2bund 3 a, beide mit der Initiale D; die erße hat durchweg ßarken, die andre [chwachenEinfatj, der fich deutlich bei dem farbigen Typenmaterial zeigt. Bl. 4 a mit Initiale Cmittelßarker, fehr gleichmäßiger fchöner Abdruck. Kräftige, zum Theil tief eingedruckteSeiten, bei denen die farbigen und fchwarzen Schriftarten mit fo gleichwerthigem Einfatjerfcheinen, wie er bei mehrfachem Druck nicht Vorkommen dürfte, find Bl. 5 a, 6 a, 31a,41a, 67a, 96b, 112a u. a. Bl. 45a ift der gefamte Text fchwach, die Initiale I hatte fofchwachen Druck, daß die Verzierungen theilweife wegbleiben. Sehr bezeichnend findauch die Abdrücke, bei welchen mangelhafte Zurichtung oder Zufälligkeiten (z. B. dünneoder dicke Stellen im Pergament) Ungleichheiten des Einfatjes veranlaßt haben. AufBl. 3 b z. B. hat die Initiale D fcharf eingefetjten untern Rand, genau wie die danebenfolgenden fchwarzen Textzeilen est nome etc. Bl. 78a zeigt D 2. Größe oben mit demanjchließenden Text in kräftigem Druck, während in der Mitte Initiale C nebß dem ge-famten Text der untern Hälfte bedeutend fchwächer eingefetjt haben. Bl. 125 a beweißfehr deutlich den gleichzeitigen Abzug der fchwarzen und rothen Textzeilen durch das„Ausbleiben“ (d. h. fchwache Abdrucken) je der letzten Type in einigen Zeilen. Es finddie fchwarzen Zeilen v. o. 2, 6, 7, 8, 11 und 15, zwijchen denen die rothe Zeile 9 mit demgleichen Merkmal fteht. Wahrfcheinlich war der Satj, als der Abdruck erfolgte, nichtvollßändig unter den Drucktiegel geßhoben. Bl. 56 b ift trot} kräftig eingefetjtem Druckein gleichmäßig „grauer“ Abdruck; hier war der Pergamentbogen mit Rückficht auf dieausnahmsweife rauh gejchliffene Oberfläche offenbar zu wenig gefeuchtet, ein Fall, denich bei zweiformigem Druck für fo gut wie ausgefchloffen halte. Nebenbei bemerkt, weißauch diefer Abdruck deutlich auf die wiederholt hervorgehobene ßarke und lang an-dauernde Druckgebung hin. Bl. 17 a bietet die Randinitiale J etwas zu niedrig jußiert;die Verzierungen drucken rechts, wo ße am (chwarzen Text ftehen, nicht ab. Siehe dieähnliche Erßheinung auf Taf. 29 J 1459 Bl. 136 a.
Im Allgemeinen muß jedoch in Anbetracht der in beiden Pfalter-Ausgaben nichtjfeltenen„Prachtdrucke“ eine hervorragend gute Juftierung der Höhe aller Schriftarten ange-nommen werden. Ich wähle unter vielen einige Beifpiele; aus 1457: die Seiten 3a, 4a,5b, 6a, 98a mit C 2. Gr., 101a, 136b; aus 1459: 4a, 18a, 31a, 74b, 76a, 80a, 85a, 92b,93 b, 95a, angeßchts deren man zweifeln kann, ob ße heute, felbft von einer Kunßdruckereierßen Ranges, welcher die technifch fo vorzüglichen Erzeugniffe des Schriftguffes, desPrejfenbaues und der Farbebereitung unfrer Tage zu Gebote ßehen, in ähnlicher Voll-endung ohne weiteres hervorgebracht werden könnten. Kein einßchtiger Fachmann, dermit den Eigenthümlichkeiten des Pergamentdruckes bekannt iß, wird jenen, in der tech-nifchen Beherrjchung der Aufgabe erßaunlichen Leiftungen die Anerkennung verfagen,daß ße, ceteris paribus, bis heute nicht übertroffen worden find. 21
Auszunehmen von diefer Beurtheilung, die fleh auf das Typenmaterial und den Druckdes Textes der Pfalter-Ausgaben von 1457 und 1459 bezieht, find freilich die zweifarbigenInitialdrucke felbß. Mir fcheinen die uns vorliegenden Abdrücke keinen Zweifel darüber