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HEINRICH WALLAU
zeitig mit dem Text hergeftellten Abdrude Bl. 109a (Taf. 29) nicht, wohl aber bei den Abdrücken inPf. 1459 vorkommt. Auch die auf einem zweiten Abdrude diefer Initiale (Bruchftück der obern Hälftedes Bl. 36 der Hofbibliothek Darmftadt) bemerkbare bedeutende Regifterfchwankung (die blaue Ver-zierung berührt das fchwarze b von [Lejtabor) erwei(t den Einzeldrude ganz unzweifelhaft.
Pf. 1459B1. laQ Rothe Verzierung deckt das Häkchen über i von [prin]cipes; ohne Blinddruckauf Bl. 10; der Bogen lag alfo beim Eindrude der Initiale wahrfcheinlich offen.
„ 92a D unterer Abdrude, Bljnddrude auf Bl. 99a. Der Bogen war beim Aufdruck der Initialezufammengefaltet.
„ 109b N (Taf. 29). Rothe Verzierung deckt fchwarzes i[n]; die unteren farblofen Verzierungenfind blind in die Züge der Initiale T gepreßt; fehr flarker Blinddruck auf Bl. 102b.
„ llOaC (Taf. 27). Die Verzierungen zeigen die oben S. 270 ausführlich erläuterten flarkenVerlegungen; ohne Blinddrude. Leßter Abdruck diefer Initiale, deren Verzierungenbei den noch folgenden vier mit dem Text gleichzeitigen Abdrücken die Verlegungennatürlich nicht zeigen.
„ 117a R Die oberen Züge fallen über die des oberhalb flehenden F. Die Schattierungen derRückfeite zeigen, daß Initiale R nach Bl. 117b aufgedruckt wurde.
„117bB (Taf. 27) oberer Abdruck; v[ite] wird vom rothen Ornament gedeckt; kräftigerBlinddruck auf Bl. 112b.
„ 121a U (Taf. 30). Schiefer Abdruck, rechts zu hoch; Blinddruck auf 126a.
„ 126b O oberer Abdruck. Die unteren Verzierungen ßnd blind auf die blauen Züge von Agedruckt; Blinddruck auf Bl. 121b.
„129bU Die Initiale deckt den Körper und die blauen Ornamente der Initiale J. OhneBlinddruck auf Bl. 136.
„ 130b S (Taf. 30) unterer Abdruck. Rothe Texttype A(d noctur) wird von den blauen Ver-zierungen gedeckt. Ohne Blinddruck auf Bl. 135.
„ 136aM (Taf. 29). Rothe Ornamente der Initiale J werden von den blauen des M gedeckt;Kein Blinddruck auf Bl. 129.
Für Einzeldrucke halte ich die bei v. d. Linde, Quellenforfchungen S. 78 erwähnten gedrucktenInitialen des Gothaer Pfalters 1459 D Bl. 32b, M 36b, E 42a. Im Mainzer Exemplar find D und E nurroth eingemalt; Bl. 36 fehlt.
Der BI. 26a durch flarken Einfaß der rechten obern Ecke auffallende Abdruck der Initiale E ift keinEinzeldruck, fondern durch fehlerhafte Unterlage, vielleicht durch „Geftürztflehen,“ entffanden. DieSchattierung der Rückfeite zeigt, daß er vor dem Text der Verfofeite, alfo offenbar mit dem Text derRectofeite gleichzeitig gedruckt wurde. Die gleiche Druckfolge zeigt D Bl. 97a, das wohl nicht genau indenSaß eingepaßt war und deßhalb fchief flehend zum Abdruck gekommen ift. Ebenfo ift die auffallendfchiefe Stellung des E Bl. 37b offenbar durch das darunterflehende rothe Uncial-E(ripe me) beeinflußt;Einzeldruck liegt hier flcher nicht vor.
21. (zu S. 283) Es bedarf kaum der Erwähnung, daß folchen vortrefflichen Drucken mancher Abdruckgegenüber zu ftellen wäre, an dem das unfichere und unbehülfliche Verfahren des Druckers unverkennbarzu Tage tritt. Die einfeitige Hervorhebung diefer, wohl auch mit den Schwierigkeiten des Pergamentdrucksverknüpften Vorkommniffe fcheint das im allgemeinen ungünftige Urtheil de Vinnes, Invention S. 458,über den fchwarzen Textdruck des Pfalters (von 1457?) veranlaßt zu haben. Ich lege Werth darauf,demgegenüber die Thatfache feflzuflellen, daß in den Pfalterdrucken außer den hier bezeichnetenmittelmäßigen, doch auch ganz vollendete Abdrücke und zwar in erheblicher Anzahl Vorkommen.De Vinne fcheint, wie fchon oben erwähnt, Originalabdrücke der Pfalterien zu eingehender Prüfungnicht zur Verfügung gehabt zu haben.
22. (zu S. 284) Bekanntlich verfchwinden gedruckte Initialen, wie überhaupt jeglicher Buchfchmuck, nachdem Pfalterdruck des Jahres 1459 faft vollfländig aus den Schöfferfchen Folianten. Sein Schema weiftgrundfäßlich diefe Buchausftattung dem Illuminator zu. Erft gegen Mitte der 80er Jahre beginnt Schöffer den Holzfchnitt zu verwenden und zwar zu den primitiven Illuftrationen des Herbarius, 1484 undHortus sanitatis, 1485. Noch fpäter erfcheinen, ebenfalls in Holz gefchnitten, als eigentlicher Buch-fchmuck die derben Randinitialen der „Cronecken der Saffen“ 1492. Sie erinnern auffällig an SchöffersAutograph von 1449 (Facflmile bei Linde, Erfindung d. B. I, 47). Aehnlichen Duktus zeigen auch die