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Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
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DER TÜRKENKALENDER FÜR 1455.

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lafle 5 r 9. Nebenfaßen 4 r 3myffen 4 r 6 die alemannißhen Formenfehfle 3 r 6fehs5 r 2o.differ 3 r i6. ImAuslaut:gewiß(: cruces) 3 v 2ilaß5 r i6da3 l v i2 (5 ßeht hier am Zeilenendeßatt s nur wegen Raummangels).da5 4 r nde^ 4 r i9 4 v is 5 r i.io. Sonß überall s:das l r 4

l v 2.10.!4 2 r l. 12.13 2 v 5 3 r 4.7.10.16 4 r 15 4 V 17 5 r 6.17des l r 16.19 l v 19 2 r 5.8.11.14 2 V 4.I1.18 3 v 10.20 4 r ll 5 r 19.

Defhalb 4 V ?es 2 v io 3 v 2idis l r isbis l v i 4 v i 3elfas 3 r 4has 5 r 3vorbas l r io 4 v ngrois:blois l r 6.7genois: ßois2 r ngrois turke 4 v i2us 4 v i2, s und sch :vngers 4 v i 3bißhtü 2 v i2mentßhe l r i 3 .

Alemannißh beliebt ift n inhabent (habetis) 2 v s und in Imperativen wieHelffet 2 r 11Helffent2 v 2.i5Schickem2 V 9Sehern2 v i2nement3 v ioüforgetvch4 r i8ziehet4 r isBe-ßellet vch 4 r i9fint (: leint) 2 v n, aberfijt 4 V 3 . Ferner im Konjunktivfprechet 4 r H. Nodibeliebter Abfall des t:Halte vch 4 V 2.

Ein Mainzer, der längere Zeit in Straßburg gelebt hätte, hätte etwa fo (chreiben können,wie ich hier dargelegt habe. Will man fich einen lebendigen Begriff machen von derVerfchiedenheit der damaligen Sprache eines gebildeten Mannes in Mainz und Straßburg ,fo lefe man hinter einander je ein par Seiten in dem Buch von alten Dingen der ehr-lichen Stadt Mainz 17 und von Gutenbergs Straßburger Prozeß.

Eine ganz andere Sprache wieder findet man in den Drucken eines Typographen, dergleichfalls die Typen der 36zeiligen Bibel benu^t hat, Albrecht Pfißers zu Bamberg .Es ift darauf bisher nicht hingewiefen worden, obwohl es {ich verlohnt, es zu tun. Ichkann mich dabei kurz faffen, denn die Verfchiedenheit der Sprache diefes Oftfrankenvon der des mittelrheinifchen und des oberrheinißhen Mannes drängt (ich weit ftärkerauf, namentlich im Vokalismus. Ich benuije dabei folche Stellen, wo Pfißer felbß dasWort führt. Seine Texte find übrigens ebenfo.

Man beachte die hier im Druck kenntlich gemachten Diphthongierungen der altenLängen T: ei, ü:au, ü (iu):eu. Sodann die p für gemeindeutfeh b, b für w, die pf.

Die Schlußßhrift von Boners Edelftein lautet in der Nachbildung bei Könnecke, Bilder-atlas 18 : zu bamberg diß puchley geendet ift. Nach der ge || purt vnfers herre ihefu criß.Do man zalt taufent || vnde vierhundert iar. Vnd ym einundfechzigßen || das ift war.An fant valenteins tag. Got behüt || vns vor feiner plag. Amen. Ferner die Schlußßhriftder Vier Hiftorien, Facfimile bei Wetter, Kritifche Gefchichte der Erfindung der Buch-druckerkunft 19 : De puchlein ift fein ende gebe Czu bambergk || in der felbe ftat. Dasalbrecht pfifter gedrucket hat || Do man zalt taufent un vierhüdert iar. Im zweiund || fech-zigße das ift war. Nit lang nach fand walpur || gen tag. Die vns wol gnad erberben mag.Frid vn || das ewig lebe. Das wolle vns got alle gebe. Arne.

Diefe Beifpiele ließen (ich leicht vermehren. 20 So fchrieb man zu Bamberg , demgeiftigen Mittelpunkt des äußerßen Oftfrankens, und zwar nicht nur zu Pfißers Zeit,fondern fchon hundert und hundertundfünfzig Jahre früher, wie man in dem RechtsbuchBißhof Friedrichs von Hohenlohe von 1348 ßhön fehen kann. 21

Unter den Neumonddaten des Türkenkalenders erßheint beim Auguft vnfer frauwedag d eren; diefe Bezeichnung des Feßes Assumptio Mariae war im Süden Deutßhlandsmehr im Gebrauch als in der Gegend der Mündung des Mains. Bemerkenswerter nochift, daß, wie ich oben dargelegt habe, der Verfaffer des Reimkalenders für Margarethaden 15. Juli angefe^t haben muß, nicht den 13., wie es im Erzbistum Mainz üblich war.