Abschn. I. Die Sachen. Cap. I. Eigenschaften. §. 61. Die Qualität. 541
zu werden, nur indirect mittelst Substitution ihres Geldwerthes.Die weit verbreitete entgegenstehende Ansicht 2°) widerspricht demgeltenden Recht, auch wenn man von deren arger Uebertrei-bung, daß jede Sache, weil eine Quantität Tauschwerth, vonselber fungibel sei^), absieht. Andererseits ist der Gegensatz zwischen
30) z. B. Böcking, Pandekten I H, 77 a. E., v. Wächter a. a. O. S. 229,Unger, Oesterr. Privatr. I S. 407. Richtig Puchta a. a.O. JheringS. 40S. Vekker S. 3S1.
31) Diese Ansicht, angedeutet von Dankwardt, Nalionaloek. und Jurispru-denz Heft 2 S. 8. 14, ist ausgeführt von Endemann, Handelsrecht.Weil alle Sachen, insofern sie sich in einen gewissen Tauschwert!) auflösenlassen, suugibel werden (§, 76 Rot, 27 — richtiger §. 7S Not. 17:wenn sie nur als Tauschwerthe geschätzt werden), so handle es sich beider Schuldigkeit zur Rückerstattung oder Lieferung von Sachen immernur um eiue Uebertraguug oder Ausgleichung des Werths. Dazu §. 76Not, 23: „Nach unseren Begriffen (allgemein? oder nur im Handels-recht?) ist jede Sache von selbst eine Quantität Tausch- oder Geldwerth(also fungibel), und daher darlehnsfähig — es bedarf also einerUebersetzung der Sache in Gelde nicht". S. anch S. 671. 672 Not. 8,und andere in solcher Allgemeinheit gleichfalls unhaltbare KonsequenzenS. 376 Not. 12. S, 393. 403 Not. 10. — Allein es ist völlig ungegrün-det nach älterem, wie nach jüngstem Römischen und nach heutigem Recht,daß jede Sache, welche uur nach ihrem Tauschwerthc behandelt wer-de» kann — was ja für jede möglich ist, und gerade das klassische Rö-mische Prvceßrecht geht in dieser Beziehung viel weiter als das uusrige —auch immer nur nach diesem behandelt wird, und daß dies schon an sichund ohne ersichtlich gewollte Substitution oder vermittelndes Dazwischen-treten ihres Geldwerthes bez. Erlöses — I. 19 pr. 0. lle pr, verb. (19, S)I. 34 pr. m»nä, (17, 1). I. 11 pr. äe k. L. (12. 1). >. 7 §. 3 <ie S. C.Slsceäon. (14, 6). I. 8 <?. si eert, pet. (4. 2). Sächs. Gesetzb. §. 1073 —stattfinde. Unten §. 64 Not. 6. — Ein Geschäft folgender Art „VersprichstDu mir für die empfangenen 10 Araberhengstc 10 gleich gute nach einemJahre zurückzugeben?" ist kein Darlehnsgeschäft, sondern ein Jnnominat-contracl <lo ul. reääas, auf welchen die vom Darlehn im technischen Sinnegeltenden Grundsätze keine Anwendung finden. Noch näher I. 26 l>. Sopr. vefbis (19, 5). So sagt ?sulus, zu dessen Zeit doch die freiereTheorie über das Darlehn — vlpisn in I. 11 pr. 0. üo k. C. (12, 1)gegen ^krie-Aiius in 1.34 msnä. (17,1) — bereits durchgedruugen war,in I, 2 §. 1 v. äe k. O. (12, 1): lUutui östio consistit in Iiis rebus,quse ponäero, numero, mensurkt con8istunt, quoni-im eorum östione pos-SUMU5 in creäitum ire — nsm in ceteris rebus iäeo in creüitum irenou pvssumus, <zuis sliuä pro slio invito creäitori solvi non pot«5t.
Goldschmidt, Handbuch des Handelsrechts.