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Drittes Buch, Die Waare,
theil widerstreitet gleichmäßig dem gesetzlich begründeten, Römischenund Germanischen, Recht, wie den Anforderungen des Verkehrs«).Daher der entgegenstehende Grundsatz des Englischen') und des ineinem Theile Deutschlands auch in Handelssachen noch geltendenFranzösischen^) Rechts die wichtige Einschränkung erleidet, daßgegenüber Tritterwerbern s), ja wohl gar gegenüber seinen eigenenGläubigern'"), der Veräußerer ungeachtet des Eigenthumsvertrageö
§. 1—3. I. 7 §. 5S ss. I. 9 §. 2—6.^1. 11 §. 127 sf. Oesterr. Gcsetzb.§. 425. 426. Sachs. G.B. §. 253. Zürcher G.B. §. 646. Noch wenigerdie bloße Session der Eigenlhumsklage — s. oben §. 73 Not. 17 unddie dort Genannten.
6) Es ist immerhin beachtenSwcrlh, daß die Römer den Satz nicht auf posi-tive Vorschrift, sondern auf die nsturslis rstio zurückführen: (Zaius II.65. 66. I. 9 §. 3 0. <ie k. 0. (41, I). §. 40 1. cle k. 0. (2, 1).Seist, Eigenthum S. S6 ff, 179 ff. Der theoretische Kern ist die natür-liche Zusammengehörigkeit von Recht und Faktnm, das praktische Ergeb-niß die Constatirung des Eigenthumserwerbs, die Sicherung des Besitzersund Erleichterung der Ersitzung. Daß die Consequenz der modernenNechtsentwickelung, wie Endemann §. 78 a. E. meint, die entgegenge-setzte Regel erheische, ist völlig uubegründet, vielmehr wäre dieselbe immer-hin noch eher mit den Principiell des Römischen als des Teutschen undneuereu, auf Erkennbarkeit der dinglichen Rechte abzielenden Systems ver-einbar. S. Zeitschrift f. Handelsr. VIII. S. 286. IX. S. 73. 74, GadI. S. 148 Not. 15, und vom deulschrechtlichen (?) Standpunkt aus Zie-barth S. 231 ff. Erner S. 301 ff. Die Bremer Erb- und Hand-festenordnung v.'30. Juli 1860 §. 1356 gewährt jedoch unter Umstände»,trotz mangelnden Eigenthums, dem Käufer ein Separaliousrecht im Con-curse des bezahlten Verkäufers.
7) Zeitschr. f. HandclSr. VIII. S. 294. Auch Sinitl». comp. p. 488 kk.ksrsons I. p. 441.
6) Voile civil 3rt. 1138. 1583. 711. 936. 1703 und darüber die Not. 6 ange-führten Erörterungen in der Zeitschrift Bd. VIII. IX. Exn er S. 306 ff. —velsmsrre et I.epoitvin I. Kr. 112 — 120. IV. Kr. 1 ff. 14. 132.V. Kr. 102 ff leugnen sogar den Satz für den Handelsverkehr! DasHolländische bürgert". Gesetzb. Art. 1495 hat ihn beseitigt. Das D.H.G.B.hat die bestehenden NechlSverschiedenheiten unberührt gelassen, s. auchoben §. 66 Not. 53 — 59.
9) Loile civil srt. 1583: .i l'exsrll du veiuleur., und srt. 1141. S. auch?->r<Iessus Kr. 272. Engl. Recht: Zeitschr. VIII. S. 295. ?-»rsons I.p. 441 ff. «ent II. p. 665 ff.10) keputeck lnvnersnip des Englischen NechlS: Zeitschr. VIII. S. 299.