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Drittes Buch. Die Waare,
statutarischen Aufrechthaltung der Germanischen Grundsätze, nament-lich im norddeutschen Handelsgebiet gegen das als gemeines Rechtrecipirte Römische System. Theils in den tiefeingreisenden Abschwäch-nngen, welche letzteres in Praxis und Gesetz der großen Handels-staatcn, Italiens, der Niederlande, Englands und Amerika's^) er-fahren hat. Vor Allem darin, daß keines der neueren großenGesetzbücher des bürgerlichen Rechts das reine Römische Systemaufgenommen hat^) Unveränderte Geltung hat dasselbe nur ineinem kleinen Theile Deutschlands und der Schweiz ''«) erlangt undbehauptet; überall sonst sind Germanische Ideen, theils reagirend inengerem Anschluß an das ältere Deutsche Recht, theils in freiererDurchführung und Fortbildung zur Herrschaft gelangt. Das un-verkennbare Ziel dieser noch keineswegs abgeschlossenen Bewegung
deö Millelalterö. Brannschwcig 1366. S. 118—126; v. Meibom,oas deutsche Pfandrecht. Marburg 1867. S. 311—314; übrigens auch inItalic»: ZI« v ins sä ^iis I-ubee. l. 8 Art. 1 Hr. 25. Sesccistz. 2xl. 5 Kr. 438. Ferner die Uebertragnng des JndenrechtS aus Wechsler,Goldschmiede, coucessionirte Pfandleiher: Zeitschr, VIII. S. 277 Not. lös.S. 263 Rot. 12. Unten Not, S8. -
43) So die Städte Hamburgischen, Lübischen, Bremischen Rechts, insbesondereauch Mecklenburgische, Schleöwig-Holsteiuische, Liv-, Esth- und Kurländische(auch in dem neuen Prvvincialrecht der Russischen Ostseeprovinzen v. 1664.8. 823), des Culmischen Rechts u, a, in. Daö Hamb. Etat. v. 1603 Th.II. Tit. 9 Art, 2 nennt ausdrücklich als Zweck: „Beförderung gemeinerHantirung und Vermeidung beschwerlicher Disputation",
44) Italien: Zeitschr. VIII, S, 309-312; Niederlande : vo^I, S. 263Not. II. S. 277 Not. 19s, S. 301; England : >-ou, S. 296—299noch weiter civil eoäe ok «e»-r»il< 479 vgl. 499, 174S. 1773. Auchim spanisch-portugis, Südamerika, z. B. H-G.B. v. Buenos Aires Art.560—562. 745, von Chile Art. 252,
45) Zeitschr. VIII, S. 276—293. Ueber d. Schweizerischen Gesetze eou, S.293, ferner Muuziuger, Motive z. Entwurf eines Schweiz , Handels-rechts S. 230 ss. Am weitesten geht daö neneste Baöler Gesetz 1364lZcitschr. IX. S. 127), welches nur für gestohlene Sachen Bindicativn ge-staltet. In Genf, dem Französ. Theil oes Kauton Bern, Wallis , Neucu-burg, Solothnru gilt wesentlich das Recht des französ. Loäe »ivi>; in Lu-zern daö Recht des Oefterr. Gesetzbuchs; iu Freiburg siud anvertrauteSachen nur gegen Lösnng versolgvar; in Graubünden unr gegen Lösungdie im Handelsverkehr erworbenen Sachen, In Aargau , Tcssin, dem Deut-schen Theil von Bern dagegen gilt wesentlich Rom. Recht.
46) S. Not. 4ö.