85V Drittes Buch. Die Waare.
der erwarteten Zahlung kein für die juristische Betrachtungsweiseerheblicher Zeitraum ^).
b. Falls die Waare, bez. das zum Besitzerwerb derselben
S5) Daö absolute „Zug um Zug", etwa in Folge beiderseitiger Deposition —otisi»8i et emtor numos et venäitor msrcem, c>nod invicein p^rum tiiteiIisberent, äeposuerint (I. 39 0. c!v zol»t. s46, g^s) — widerstreitet so sehrder nothwendigen Elasticität des Verkehrs, daß in der Unterlassung dieservom äußersten Mißtrauen zeugenden Verfahrungöweise kein Beweis anchnur eines geringen Maßes von Vertrauen gefunden werden kann. Wennan einzelnen Orten ein solches Verfahren sogar als regelmäßiges empfohlenwird, (z. B. Danziger Usancen §. 23 sZeilschr. f. HandelSr, VII. S. S31a. E.^s jetzt abgeändert durch §. 38 der „Allgemeinen Bedingungen" vom22. Januar 1666; Köuigöbcrger Usancen III. 10 sZeilschr. VIII. S. 129^),so beruht das auf besonderen lokalen Vorgängen. Die Ansicht, daß injeder Hingabc, bez. jedem kaufwcisen Belassen, z. B. salls die Waare sichschon aus einem anderen Grunde in der Hand des Käufers befand, ohneZahlungöempfang eine Creditirung liege, ist in älterer Zeit insbes. vonlUevius clvcis. p. IV. See. 296, in neuerer von Vrinckmann Z. 77Not. 7. 8 verfochten, im Ocstcrr. G.B. §. 19S2. 1063 (s. dazu ErnerS. 79 Not. 108) und dem Deutsch . Entw. des Obligationen?. §. 428vgl. §. 466. 467, s. auch O.T. zu Stuttgart (Seuff. VIII. Nr. 76), Ende-mann §. 109 Not. 27. §. 112 Not. 28 ff. (f. aber Zeitschr. f. HandelSr.IV. S. 78) angenommen. Mit dieser, von der herrschenden Ansicht vonjeher verworfenen Annahme wird der Römische Rechtssatz indirect völligbeseitigt. S, Göschen II. S. 173. v. Keller §. 129 Not. 6. v. Holz-schuher III. S. 717 (3. Aufl.). Martenö §. 15. Morstadt S. 27.Heisc S. 29. Cropp I. S. 426. 423. Pöhls I. S. 178. Mitter-maicr II. S. 824. Thöl K. 69. Gab I. tz, 119 a. E. Bluntschli —Dahn §. 1ö2. O.A.G. zu Lübeck <Seuff. VIII. Nr. 40), Dresden lSeuff.VI. Nr. 10», Jena (Seuff. XVI. Nr. 270». Zürcher G.B. §. 1430vgl. 1442. Auch die Modificatiou Thol's, ähnlich Zürcher G.V. §. 1430S. 2, daß „jeder Zweifel schwinde", falls der Verkäufer »och für ander-weitige Sicherheit, z. B. durch Pfand, Bürgschaft, fremdes Wechselacceptgesorgt habe, kaun nicht zugegeben werden. Die Quellen sagen nur, daßohue Zahlung, Sichcrstcllnng n. dgl. das Eigenthum im Zweifel nichtverloren gehe, Not. 17 ff., keineswegs, daß durch dje Sicherstellungschlechthin das Eigenthum verloren gehe. Wie wenn der Verkäufer sichmehrfach, durch Eigenthum uud Bürgschaft u. dgl., hat sichern wSllen?!Wollte er auch das Eigenthum nicht aufgeben, so mußte er sich doch alsmöglich denken, daß der Preis gleichwohl nicht gleichzeitig gezahlt, dieübergebeue Waare aber sofort veräußert, aufgebraucht oder specificirt wird.