Teil eines Werkes 
Bd. 1, Abth. 2 (1868) enthaltend die Lehre von der Waare
Entstehung
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1083
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Abschn. II. Das Geld. Cap, II. Münze. §. 101. Metallwerth. Münzfuß. IvgZ

der, das Pfund fein zu 12 Unzen im Gewicht von 407,920 Gramm,eingetheilt in 20 soliäi (Schilling) zu je 12 äsnani (Pfennig). Andie Stelle desselben beginnt seit dem 12. Jahrh."), die Mark fein,ursprünglich i/z Pfund, später 8 Unzen (bez. 16 Loth für Silber,24 Karate für Gold) im Gewicht von eigentlich 233,779 Gr.zuletzt auf 233,855 Gr. angenommen, als s. g. Kölnische Mark,das Reichsmünzgcwicht zu werden, und wurde dafür in den Neichs-münzordnnngen des sechzehnten Jahrhunderts (1524. 1551. 1559)erklärt, Die Theilstücke dieser Mark waren ursprünglich große Schil-lingspfennige oder Groschen (soliäi Arossi), ursprünglich wohl 16(1 Loth) auf die feine, dann viel mehr auf die feine und auf dierauhe Mark

9) Altes Straßburger Stadtrecht Art. 61, wahrscheinlich aus dem Ende des12. Jahrhunderts (Arnold, Verfassungsgcschichte I. S. 93. MoneZeitschr. IX. S 80. Stobbe, Geschichte der Deutschen Rechtsquellen I.S. 603). In Venedig Münzgewicht seit 1123 (Mone, Zeitschr. V. S. 2 ff.);in Deutschland reichsgesetzlich als NechnungSgeld 1177, als Münzgrund-gcwicht 1282 (Mone III. S. 401. XVIII. S. 180). Verschiedene Marken:Mone III. S. 310 ff. VI. S. 258 ff.

10) Grote, Münzstudien III. S. 14 ff. I. S. 145 fs. Andere, nicht viel ab-weichende Bestimmungen f. Hegel, Nürnberger Chronik I. S. 223. 475.Uebrigcns schwankten Gewicht und Einthcilung. Ueber andere, oberrhei-nische Münzgewichte s. Mone Zeitschr. II. S. 393 ff.

11) Die Schillinge meist s 12 Pfennige (wohl gleichpsündig", die auf dasMünzpfund gewogenen Stücke: Mone II. S.S93). Soeibeer, BeitrageS. 1 ff. gibt folgende Progression sür Norddeutschland an: 1226 schon34 Schillinge ü, 12 Pfennige auf die feine Mark, 1325 zu 47 Schillingund 5 Pf., 1353 : 58 Schill. uud 11 Pf., 1403 : 81 Sch. 11 Pf., 1451: 160 Schill., .1506 : 208 Schill., 1524 : 235 Schill., 1546 : 270 Schill.Anschaulich Soetbeer a. a, O.:

Die Ursachen dieser progressiven Münzvcrschlechterung sind nicht schwerzu entdecken. Die zum Münzrcgal berechtigten Reichsstände betrachtetendaösilbe größtentheils als eine möglichst auszubeutende Finanzquelle. Eswurde deshalb ein hoher, sogenannter Schlagschatz berechnet, d. h. manprägte das Silber zu ansehnlich mehr Münzen aus, als zum Ankaufdes Metalls verwendet waren. Die Auömünzuiig geschah ferner in kleinenSorten und hinsichtlich der einzelnen Stücke höchst ungenau. Die natür-liche Folge war, daß die schwereren Münzen ausgesucht und mit Vortheileingeschmolzcn wurden, und nur die leichteren und schon beschnittenen