Teil eines Werkes 
Bd. 1, Abth. 2 (1868) enthaltend die Lehre von der Waare
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Abschn. II. Das Geld. Cap. II. Münze. §, 101. Mctallwerlh. Münzfuß. 1085

particulär die schwereren Pistolen ^) auf, im Nennwerth von 5 Tha-ler Gold: Louiöd'or, Georgsd'or, Augustd'or, Fricdrichsd'or, zwi-schen 38"/2» und 39^/4, auf die feine Mark, der Fricdrichöd'orSo die in Bremen beibehaltene Rechnung in Thalern

Gold.

In Silber wurden reichsgesetzlich als schwere Haupt-stücke Güldiner oder Gulden, ursprünglich (1524) 8»/,z, später(1559) 10"/«7, und Reichöthaler (die Joachimöthaler Silbcrmünzc)9 auf die feine Mark geprägt. Von den beiden Hauptmünzcn wurdeder Gulden, welcher mit dem wirklichen dulden (Goldgulden) baldnur noch den Namen gemein halte, mit Einthcilnng in ursprüng-lich 72, dann 60 kr., im Süden, der Thaler , mit einer von der altenMark entlehnten Groschen- oder Schillings ^Theilung, im Nor-den heimisch. ? Uebermaß der geringhaltigen Scheidemünzeführte zur Unterscheidung der ausgeprägten Thaler (Specicsthaler)und der bloßen Zählthaler (eine gewisse Anzahl Groschen). Um dieZahre 1623 und IK24 stellte sich die Nechnungswcise: 1 Neichstha-lcr 90 kr. oder 1^2 Gulden oder 3 Mark fest. Die particulärenKreis- und Territorialmünzfüße entfernten sich immer mehr von demNeichöfuß, zu Ende des 13. Jahrhunderts zählte man 19^) verschie-

und der Holländische 68 22/25, auf die feine Mark, doch in Wirklichkeitwie der Hamburgische ausgeprägt. Der Neichsdukaten wurde auf l Gul-den Silber im Leipziger (18 Gulden) Fuß, 4 fl 10 kr. im ConventionS-fuß (20 Gulden) Fuß festgesetzt, von Oesterreich aber auf 4 fl. 30 kr. desConventionSsußcs erhöht. Auf diesen Betrag wurde ungenau in derDeutschen Praxis der Römische svlickus geschätzt, daher das Maß dergroßen Schenkung, 500 sulidi 500 Ungar. Dukaten; diese aber nicht,wie nach Savigny angenommen zu werden pflegt, zu 4 fl. im Conven-tionSfuß, sondern zu 4 fl. im 18 fl. Fuß, daher 500 sulicli nicht 1400Thaler, sondern 1555 Thalern heutigen Geldes sind. Francke,Archiv f. civil. Praxis Bd. 49 S, 377 ff.

14) Taö Vorbild war der, der Spanischen Pistole entlehnte FranzösischeLouiöd'or. Ursprünglich 35 Ltück auf die Kölnische B.uttomark von21^/4 Karat, Nennwerih 5 Thaler, entsprechend der damaligen Werthre-lation von Gold und Silber ^1 :14^/z). Später vielsach Differenzen inSchrot u. Korn. Soelbeer, Vierteljahrsschr. IV. S. I. 2.

15) Klüber §. 419 Not. ».

Goloschmidt. Handbuch deö Handelsrechts. g<)