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Drittes Buch. Die Waare.
I. Für Gold:
Im ganzen Gebiet des Wiener Münzvertragö dürfen nurKronen und halbe Kronen geragt werden. DaS Recht der Dukaten-prägung nach dem Neichsdukatenfuß ist jedoch für Oesterreich bisEnde 1865 und später bis Ende 1870 verlängert worden Inden Hansestädten und Mecklenburg dürfen auch andere Goldmünzengeprägt werden, doch macht nur Hamburg , welches jährlich einigeTausend Tukatcn nach dem alten holländischen Münzfuß 68^/47auf die feine Mark prägt, von diesem Recht Gebrauch, Bremen hat zwar die Goldwährung, 5 Thaler auf di^ Pistole von mindestensPfd. Feingold, den Thaler a 72 Groten zu 5 Schwären, prägtaber selber keine Goldmünzen.
II. Für Silber:
1) Der Dreißigthalerfuß gilt:
a) Der Thaler a 30 Silbergroschen a 12 Pf. imganzen gegenwärtigen Gebiet der Preuß, Monarchie 22), ausgenom-men allein die Hohmzollern'schen Fürstenthümer, die Stadt Frank-furt a. M. mit ihrem ehemaligen Gebiet und die vormals baycr.Enklave Kaulsdorf; auch ist dem Handelsstande der Stadt Altona und Umgegend die Rechnung in Mark Banco gestattet geblieben.Ferner in Oldenburg, Anhalt, Sachsen-Weimar , Schwarzburg-Son-dershauscn, llntcrherrschaftvon Schwarzburg -Nudolstadt, Rcuß. Für-stenthümer, Waldeck, Lippe-Schaumburg , Lippe.
b) Der Thaler g, 30 Cilbergroschcn a 10 Ps. im König-reich Sachsen, Braunschweig, Sachscn-Altenburg, Sachsen-Gotha .
c?) Der Thaler a 48 Schillinge a. 12 Pfennige in denbeiden Mecklenburg und Laucnburg.
2) Der verwandte Markcourantfuß in Lübeck und Hamburg ,75 Mark auf das Pfund, der Thaler deS Dreißigthalcrfußes zu2'/z Markoder 40 Schillinge, der Schilling a, 12 Pfennige gerechnet. Im Ham-burg . Amt Nitzebüttel wird nach einem l>0 Mirksuß, 3 Mark aufden Thaler, die Mark zu 10 Gr. a 10 Pf. gerechnet. Daneben für
22) W.M.B. Art. 18. Spätere Uebercinkunft: s. Erlaß des Oesterr. Minist,des Aeuszern und der Finanzeil v. 24. April 1666 (R.G.Bl. 1366Nr. SS).
23) Preuß., V. v. 24. August 1867, das Münzwesen in den neuerworbenen Landestheilen betreffend.