ZA? Erstes Buch. Die Regeln und Quellen des Handelsrechts.
frei, ob die Zahl wie die Gleichartigkeit^) der Uebungsfälle und derZeitraum, innerhalb dessen sie sich ereignet haben, einen vollkommensicheren Schluß auf eine denselben zu Grunde liegende gemeinsameRcchtSübcrzcugung der Bcthciligtcn gestatten. Je umfassender die-ser Zeitraum, je häufiger diese UcbungSfälle, je seltener sie vonNichtübungSfällcn unterbrochen sind, um so weniger sind Zufall undWillkühr vorauszusetzen, um so sicherer ist der Schluß^).
2) Die Uebung muß Uebung cineö Nechtssatzes sein. Und
lenbruch Z. 38. Nol. 7. Brinckmann, Gewohnheitsrecht S. 10 fs.v. Hvlzschuhcr, Theorie und Casuistik des gemeinen Civilrechts. 2. Aufl.I. S. IS. Besser, Teutsches Privatrecht I. S. 1l0. Auch nicht dasPreußische Recht, trotz seines schwankenden Sprachgebrauchs, höchstens fürkirchliche Gewohnheiten- Emsch. des Oberlribunals XIII. S. 101. XVI.S. 372. XVII. S. 369. XXIV. S. 213. XXVIII. S. 432. Die Säch-sische PrariS erfordert zwar constant den Ablauf der Sächsischen Frist von31 Jahren 6 Wochen 3 Tagen (Haubold, Lehrbuch des Sächsischen Privat-rcchls §. 37, Heimbach , Lehrbuch §. 66), erkennt jedoch für den Han-delögcbrauch den richtigen Grundsatz an: Urtheil des O.A.G.'s zn Dres-den v. 13. December 1860 (Annalen des O.A.G.'s zu Dresden III.S. 278 fs.I Die Englische Toctrin erfordert, damit die Usance als Theildes geltenden Rechts gelte, daß sie seit unvordenklicher Zeit bestehe unddurch richterlichen Auöspruch anerkannt sei. StopIlLn, LommontirriLS I.S. SV—60. ?c>iulivs, äictioriary l4. Aufl. London 1835) s. v. vu-stom und eustom ot' rnsreliants. Vgl. auch Not. 37 a. E. Not. 30 a. E.
21) Brinckmann, Gewohnheitsrecht §. 4.
22) Urtheile des O.A.G.'s zu Lübeck (Seufferl I. 306. 30S. IV. 94. IX.243. Ullrich, Sammlung von seerechtlichen Erkenntnissen des Handels-gerichts zn Hamburg II. S. 331), München (Seufferl I 306. III. 26S.206), Cassel (Seusf. VII. 279), des ObcrtribunalS zu Berlin (Entschei-dungen XVII. S. 369 ff., bei Seufferl I». 291—293), Celle (Entsch. desTribunals zu Celle Bd. IV. Nr. 3), des Obergerichts zu Wolsenbüttel(Matthiae Coutroverscnlerikvn S. 383). Auf die erforderliche Zahl derUebungsfälle wird auch die Art des Handels von Einfluß sein, z. B. beieiner Usance zwischen zwei entfernten, nur iu seltenen Handelsbeziehungenstehenden Orten. Pöhlö, Handelsrecht I. S. 49. Daß namentlich inHandelssachen die häufige und gleichförmige Uebung auch während kürze-rer Zeit genüge, spricht aus die Einleitung zu dem Eutwurf eine« Hollän-dischen bürgerlichen Gesetzbuchs v. 1804. Hauptstück VI. Art. 12. 13. (bei6e Wal, Rst!^eclerli»nclseks HandelsrsKt. I. p. S).