249 Erstes Buch. Die Regeln und Quellen des Handelsrechts.
Rechtsbildung einschränken ^°), ist doch häufig der Usance ein weitererGeltungskreis belassen worden''").
3l>) In Preußen gilt nach A. L. R. Einl, §. 3. 4. 60. P.P. Art. VII. ge-meines Gewohnheitsrecht gar nicht, particuläres dagegen mit folgenderUnterscheidung: das ältere, welches bereits vor dem Gesetzbuch bestand,schlechthin, sosern es seitdem nicht beseitigt ist; das neuere dagegen zwar;ur Ergänzung des gesetzlichen Rechts, aber gegen dasselbe mir soweit dasA.L.R. ausdrücklich aus dasselbe verweist. Das Oesterr. bürgert Gesetz-buch tz. 10. KundmachungSpatent Abs. IV. erkennt Gewohnheitsrecht nursoweit an, als es sich aus Gewohnheiten beruft. iNach Uuger, Systemdes Oesterr. Privatrechts I. K. 5 wäre auch hier überall nnr die Uebungim weiteren Sinne gemeint?». Ebenso Locke civil (Zachariae, Hand-buch I. §. 23).
371 Für Preußen bestehen in Handelssachen keine abweichenden Normennoch hat die Praxis die im Gesetzbuch gezogenen Schranken zu überstei-gen vermocht (Gelpke, Zeitschr. lll. S. 13 — 15. 209. 210). InOesterreich hat. die Usance, wenigstens znr Ergänzung des gesetzlichenHandelsrechts, auch nach Publication des bürgerlichen Gesetzbuchs bin-dende Kraft behalten, da dieses das gesammte Handelsrecht im Wesent-lichen unberührt läßt. (Haimerl, Zeitschrift s. Oesterr. Rechtsgelehrs.1843. I. S. 1 sj. Fischer — Ellinger, Lehrbuch des Oesterr. Han-delsrechts. 4. Ausg. von Blodig §. 17. v. Stubenrauch, Lehrbuchdes Oesterr. Privathandelsrechts. §.6. Dagegen die nicht überzeugende ge-schichtliche Erörterung von Mikolasch, Zeitschr. f. Oesterr. Rechtsgetehrs.1846. II. S. 32 ff.) Für Frankreich stellt ein nicht publicirles Gutachtendes Slaaisraths vom 13. December 1811 fest: c^ns Iss tribunaux ckecorliioer^e ckviverit Mger Iss Huestions ^«.rticulierss Hui ss prsssutsut,suivirul, leur couviotion, ck'apres Iss terrues et I'esprit ckn Locke, sten etts cke silence cke sa part, ck'itprss le ckroit ooivmuri st lös ust^esckn eomnisrcs.^ Demgemäß nimmt die herrschende Meinung an, daßHandelsgebräuche nur zur Ergänzung der Handelsgesetze, und auch dieserst nach den bürgerlichen Gesetzen in Betracht kommen. ?s,rckossns,Lours Ar. 1. 6. (In den späteren Auflagen ssv 5 u. 6) läßt er die Usanceden bürgerlichen Gesetzen vorgehen). Nasse I. S.66—71. III. S.9—24.^Iu.u20t, Loioruentirirs t. II. Ar. L58. AoilAnisr, ckss tridunaux ckeeominsrce. t. II. p. 104. Kilbert zu Lo. Art. I. Doch findet auch einesreiere Ansicht, nach welcher der HandclSgebranch schlechthin anch denHaudclsgesetzeu, oder doch deu bürgerlichen Gesetzen vorgehe, Vertheidiger.I)elawo,rrs et liLpoitvin t. I. Ar. 26. 27. 264 — 268: nicht gegendas Handelsgesetz, jedoch wenn sehr att auch gegen dieses mir derogalori-scher Kraft (ckesustucks); llolinisr, Lraits cke ckroit eomroereiu,! I.