3?0
Zweites Buch. Der Handel und die Handelsgeschäfte.
dem das formelle Merkmal dcr Gildegenossenschaft für den Kaufmannzurücktritt und das Handelsgericht auS einem Zunftgericht zumStaatSgcricht wird. Am klarsten läßt sich dieser Entwickelungsgangim Fränkischen Recht verfolgen. Das System der Orclormalles äuoorarneri o ist zwar schon ein gemischtes, doch mit subjectivem Aus-gangspunkt; das System des Locls äs eomwsi-cö ist ein gemischtes
W.O. f. Galizicn. 1775 ^u<lieiuiri (^itinb. art. I. Ehurbayr. und Ober-psäl; W.G.O. 1776. til. 1. §. 1. Bayr W. und Merkantil-G.O. 17SS.§. 1. 2. — vgl. auch R. v. b. März 1804 und 31. Jan. 1806 (beiMeißner I. S. 137. Not. * ). — Sehr viel früher und durchgreifender wirddas objective System in den Italienischen und diesen verwandten Statu-ten und der Italienischen Doclrin durchgeführt. Vgl. Statuten v. Verona 1319 lid II. II. (Mariens, Anh. S 25); Französische Provincialftatu-!cn v. 1866. (vgl. oben Z. 1. Not. 2). Statuten v. Bergamo 1457. e. 16.17. 2!>. (Mariens, Anh. S. 27). gtraeelra, Huomoäo procecl. sit^,.rt. II. Fr. 10 — 14, und schon früher Lli-Iäus und ?aul. Lastr.Vgl. Endemann Zeitschr. f. Handelsrecht V. S. 85g ff. ^ns^Irlusilise. Avn. Fr. 61 — 63: c^uin. Privilegium ctatum est mei'Latnr-rs noripersonis. Unter den Deutschen Gesetzen begnügt sich schon der Nürnber-ger Rathserlaß v. 31. März 1624, dann die Leipzig . H.G.O. 1682. Art.2. 3. schlechthin mit dem kaufmännischen Stand des Beklagten. EbensoNürnberger Merkantil- u. Banko-G.O. 1697 Z. II. Nürnb. H.G.O. 1804.z. 8. Nciumburger W.O. 1693. Breslauische Meß- u. W.O. 1742. Z. 8.Dcr Nebergang vom snbjecliveu zum objectiven Shstem Prägt sich scharsin der Marime aus, daß ein Jeder in Betreff seiner Handelsgeschäfteals Handelsmann gelte Diese Fiction findet sich schon früh in der Ita-lienischen Doctriu, insbesondere bezüglich derjenigen Personen, welche ent-weder weil sie nicht zur Kaufmannsgilde gehörten, oder gar weil ihnender Handel untersagt war, z. B. Geistliche, Adlichc :c., nicht als Kaufleutegalten: Endcmann, Zeitschr. V, S. 359. Straoona, x. III. Fr. 4—13, und (^uomoclo xroeecl. sit part, II. Fr. 17. Ooelar!i.tiori cle Lkar-les IX. v. 28. April 1565. Leipziger H.G.O. 1682. Art. 3. Naumbur-ger W. O. 169S; BreSlauer Meß- und W.O. 1742. Z. 8. Preuß. Re-glem. f. die Girobanken v. 1765. 1766. Art. 6; ferner in der französischen Praxis (vgl. Not. 15). Sie gilt endlich noch jetzt im Englischen Recht,indem nach Engl . Doclrin nach Handelsrecht mir die uuter Handelsleutengewöhnlichen Geschäfte beurtheilt werden, durch diese Fictiou aber die all-gemeine Anwendung desselben auf solche Geschäfte auch der NichthandelS-leute ermöglicht wird. SividliLorQp.p. 16. 205. I^oons l.svi, LorQiriorcisI