Cap. I. Grundbegriffe, ß. 43. Der Kaufmann.
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Kaufmann im Sinne des H.G.B.'s ein Jeder, für welchen die ma-teriellen Voraussetzungen des Gesetzbuchs zutreffen. Nämlich:
(quasi pnssexsio) der Kanfmannseigenschaft begründe; daß die Nichtmitglic-der zwar nicht die besonderen Standesrechte der Kaufleute genösse» , wohlaber, sofern sie nur gewerbemäsiig Handct trieben, imUebrigen, nach Rechtund Gericht und nach der Pflichtseite, als Kaufleute behandelt wurden;daß an Orten, wo keine Kaufmannsgilden bestanden, schon der bloße ge-werbemäßigc Handelsbetrieb anch die kaufmännischen Standesrechie ge-währe. Vgl. IZivIäus im I. pet, O. näv. rliv, ^jnri. Nuseard ri<zeovelus. 1037 Nr. 8. Stracelra x. I. Nr. »—10. 65. p. III. Nr. 4—13. p. VII. Nr. 1—4. Huomoäo prooe-Z. sit. p„ II, Nr, 17. Aar-qriarä lib. I, e. 7, Nr. 6m: — lzuum non sola matrieulo. 8eä msr-c»tura taeiat mvreatorsm, illo. saltviri prodst—. Nr. 16 m Ueviu8 arl^us I^iibso. III, 6, art, 21. Nr. 9. 10 14 ki. 20. Vgl. auch oben §. 42.Not. 14 a E. A.L.R. II. 8. §. 480 — 482. — Das neuere PreußischeRecht machte den Genuß der kaufmännischen Standesrechte nnr an den we-nigen (8> großen Handelsplätzen von der Mitgliedschaft an einer Han-delsinnung abhängig, wo neuere Kaufmaunscorvorationen bestanden. Ed.v. 2. Nov. 1810. §. 1. 2. 16. 17. Ed. v. 7. Sept. 1811. §. 6. Gew.-O.v. 17. Jan. 184S. §. 94. 109. Entsch. des OT.'s v. 4. Aug. 134S.(Entsch. XII. S. 342 ff). Bei Berathung der Preuß. Concurs-Ordnungv. 6. Mai 18S5. wurde von der Aufstellung irgend eines formellen Criteriiabgesehen: Vgl. die Motive zu Z 113 der E.O., bei GoldtammerS. 274 ff. — Einige neuere Handelsgesetzbücher machen zwar den Kauf-mannsstand von der Eintragung in eine Handelsmatrikel abhängig, stel-len aber gleichwohl das materielle Erfordernis; auf, daß der Eingetragenewirklich den Handel gewerbemäßig betreibe: Span . Art. 1. 2. 17. Portug.
4. II. 12. Brasil. 4. Ungar. Ges. A. XVI. §. 1 Vgl. auch Württemb.Entw. Art. 4. 11. Oesterr, J.M.V. v. 1ö. März 185S. iFischer-Blodig
5. S). — Unter den Vorarbeiten zum D.H.G.B. stellt der Erste (Mi-nisterielle) Oesterr. Entw. §.3. die gerichtliche Prolokolliruug ucbendem gewerbemäßigen Betrieb als allgemeines Criterium des Handelsstan-des auf; der Zweite t Nevidirte) Oesterr. Entw. §. 7. 8. nur für ein-zelne Beziehungen, insbesondere für die Jurisdiktion, soweit diesetbe aufdem Stande der Parteien beruht. Die Preußischen Entwürfe sehen,nach dem Vorgang des R.H.G.B.'s Art. 1 (vgl. Motive S. 13. 14),von jedem formellen Erforderniß ab. I. Pr. Entw. § 5. „Als ein Kauf-mann ist anzusehen: N wer gewerbmäßig — tfolgt die Aufzählung deroben gedachten 7 Klassen)." Vgl. Berliner Protok, S. S. II. Pr. Entw.Art. 2. „Als ein Kaufmann ist anzusehen: l) wer gewerbmäßig — (folgtdie Aufzählung der oben gedachten 5 Klassen)." In den Motiven S. 4.