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an jeder Tonne gleichfalls 100 Procent verdienen —was die Brauer nicht leugnen konnten. Publikus schienvon beiden „Enthüllungen“ nicht überrascht zu sein,und sah dem Kampfe gleichmütkig zu. Die Brauerwaren die Klügsten, denn sie gaben nach. Einer nachdem andern vergass seinen Schwur und lieferte zumalten Preise; während sie sich gegenseitig des Wort-bruchs und des Meineids anklagten.
Die Wirthe hatten gewonnen, aber nun gingen siegegen das Publikum vor.
Dank unsern Manchesterleuten und der allein seligmachenden Manchester -Doctrin von der „freien Con-currenz“, existiren in den Kestaurationen keine geaich-ten Gläser und Flaschen, kümmert sich um Quantitätund Qualität der verschänkten Getränke kein Gesetz,keine Aufsichtsbehörde. Ursprünglich hatten die so-sogenannten Bier-Seidel den Inhalt eines halben Quartsund wurden bis zum Kande, ohne Spritzschaum, ge-füllt. Allmälig verkleinerten sich die Gläser; dieFabriken legten sich förmlich darauf, Yexirseidel zumachen, mit zolldickem Boden, fingerdicken Wändenund nach oben spitz zulaufend. Das war schon vorder Gründerzeit, aber nun wurde es noch weit ärger.Die Wirthe Hessen die Gläser immer winziger werden,