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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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schwachen Versuchen mussten die Brauer sich wiederzu der hergebrachtenRabatt-Tonne verstehen.

Durch diesen Ausgang nicht belehrt, verbündetensich jetzt die Actienbrauereien, und verlangten für dieTonneBairisch , statt 7 Thaler, von Neujahr 1872ab 1 % Thaler. Auch hier gaben den Anstoss diefragwürdigsten Gründungen, wie Moabit, Schöneberg, Adler; und bald schlossen sich ihnen die anderen Ge-sellschaften an. Alle verschworen sich, nicht billigerzu liefern, und erliessen au die Schankwirthe einendrohenden Ukas. Aber diese handelten ebenso ge-schlossen und noch energischer. Sie wiesen dasmen-schenentwürdigende Circular, wie sie den Ukas nannten,weit von sich, verpflichteten sich zu Conventionai-strafen, gründeten eine Strike-Casse und bezogen ihrBier aus Privatbrauereien oder von auswärts.

Beide Theile legten den Casus dem Publikum vor;denn beide Theile versicherten, nur die Interessen desPublikums zu vertreten, dem die Brauer nur vorzüg-liches Bier liefern, das die Wirthe durchaus gegenUebertheuerung schützen wollten. Die Brauer behaup-teten, dass die Wirthe an jeder Tonne 100 Procentprofitiren was die Wirthe sonder Zögern Zugaben.Dagegen bemerkten diese, dass die Brauer ihrerseits