hinab. Es leben in Berlin ca. 500 mehr oder wenigerausgewachsene Männer, die sich Cohn oder Kohn schrei-ben; aber fast alle mosaischen Glaubens sind und fastalle für den Handel schwärmen. Gut die Hälfte derCohn’s geht täglich an die Börse, und zu diesen ge-hört auch unser Freund Cohn. Seinen Vornamen nennenwir nicht, denn wir wissen ihn nicht.
Herr Cohn ist „corporirt“, d. h. Mitglied derKaufmannschaft. Er hat das Recht, Fremde einzu-führen; er erwartet uns am Drehkreuz, reicht unsseinen Arm, und wir spazieren durch die geräumigeGarderobe, wo leider seit dem „Krach“ häufig Regen-schirme, Hüte und Paletots verschwinden, in denBörsensaal.
Der Eintritt, ist nur von den Seiten. Die beidenLängswände sind von je dreizehn Thiiren durchbrochen,welche mit den Thüren des Vestibüls correspondiren.Die nach der Vorhalle hin werden nie geöffnet, weilsonst die ganze Börse vor Zug auffliegen würde; wohlaber die gegenüberliegenden, welche in einen Säulen-hof führen, wo man im Sommer Luft schöpft.
Die Börse ist lange nicht mehr so besucht wie inden Jahren 1871—73. Trotzdem herrscht noch immerGedränge, staut und stopft sich zuweilen die Menge,