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Herr Reichsbankpräsident Dr. Koch und die Währungsfrage : eine Antwort auf die Herrenhausrede des Herrn Dr. Koch vom 16. Mai 1895 / von Otto Arendt
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heißen, die Herren von Schalscha und Wülfing durch aus-drückliche Erklärung (Protokolle der Silberkommission S. 67-5),Herr Neustadt, indem er seinen Antrag ausdrücklich zuGunsten des meinigen zurückzog (S. 177), Herr von Kar-dorff hob ihn noch in der ursprünglichen Fassung seinesReichstagsantrages als einen der gangbaren Wege her-vor und Herr Geheimrath Leuschner, der durch eine gänz-lich mißverstandene Erklärung zu dem ganzen GeredeAnlaß gab, hielt diese Vorschlüge lediglichzur Zeituicht für opportun", weildie Ausführung dieser Vor-schläge noch viel mehr Schwierigkeiten machen würdeals die Einführung des die Silberfrage am einfachstenlösenden internationalen Bimetallismus." Der Meinungs-gegensatz bestand nur darin, ob es richtig wäre, von bi-metallistischer Seite irgend etwas anderes in Vorschlag zubringen als die internationale Doppelwährung. Alleinsachlich stimmte Herr Geheimrath Leuschner wie alle bimetal-listischen Mitglieder meinem Vorschlage zu, nur daß er ihnnicht diskutirt sehen, sondernder Regierung als Materialzur Benutzung überwiesen" sehen wollte.

Das so schöne Wort, daßimmer nur jeder fürseinen Antrag eintrat", bestimmt, die Ergebnisse der ^silber-kommission lächerlich zu machen, trifft also schon im Hinblickauf meinen Antrag nicht zu es ist aber namentlich auchdeshalb falsch, weil die 6 bimetallistischen Mitglieder ein-stimmig eben den Antrag aus Bimetallismus stelltenund in einer gemeinsamen Schlußerklärung ihre An-schauungen einheitlich darstellten. Die Goldwährungs-partei und, wie es scheint, auch Dr. Koch scheinen nun derAnsicht zu sein, daß die Bimetallisten außer ihrem Mittelder Hülfe, außer dem Bimetallismus, auch noch die Ver-pflichtung hätten, Mittel vorzuschlagen, die Silberent-werthung ohne Bimetallismus zu beseitigen. Da aberdie Bimetallisten in der Goldwährung die Ursache derSilberentwerthung sehen, so können sie natürlich nicht dieGoldwährung unberührt lassen, wenn sie die Silberent-werthung beseitigen wollen, denn die Wirkung verschwindetnur> mit der Ursache. Umgekehrt wäre die Aufgabe derGoldwährungspartei gewesen, Mittel vorzuschlagen, durch