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Herr Reichsbankpräsident Dr. Koch und die Währungsfrage : eine Antwort auf die Herrenhausrede des Herrn Dr. Koch vom 16. Mai 1895 / von Otto Arendt
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verschiedene Herren," die jene Anregung gegeben, undHerr Dr. Koch war jedenfalls hierüber ganz genau unter-richtet, da es ich weiß nicht ob mit Recht auf seinenEinfluß zurückgeführt wird, daß die Zusammensetzung dieserSilberkommission eine überwiegend silberfeindliche war,sodaß Graf Mirbach sofort seinen Austritt erklärte. Eswar in der That äußerst eigenartig, daß man eine Kom-mission berief, um Mittel zur Hebung und Festlegung desSilberwerthes zu suchen und in diese Kommission vonvornherein eine Mehrheit solcher Mitglieder sandte, diealle solche Mittel prinzipiell ablehnen. Trotzdem Hütteman wohl erwarten dürfen, daß der Reichsbaukpräsident dieVerhandlungen dieser Kommission genau durchgelesen hätte.Das ist aber leider nicht der Fall gewesen, und so sprichtHerr Dr. Koch gutgläubig die Unwahrheiten nach, welchedie Goldpresse darüber verbreitet hat.

Und eine Unwahrheit ist es, daßkeins der Mittel"in der Silberkommissioneinen über den des Antrags-stellers hinausgehenden Beifall erlangte." Ueber solcheThatsachen kann es ja doch keine Meinungsverschieden-heiten geben, die Protokolle liegen vor und sie erweisen:

1. Die Anhänger der Goldwährung (8 Mitglieder)machten keinerlei Vorschläge und verwarfen alle vonanderer Seite eingebrachtem

2. Die auf einem mittleren Standpunkt stehenden beidenMitglieder (Königs und Lexis) machten Vorschläge,von denen zutrifft, daß sie keinen über den Antrag-steller hinausgehenden Beifall erlangten.

3. Die Bimetalllsten (6 Mitglieder) machten drei Vor-schlüge:

a) Vorschlag Neustadt, der zu Gunsten des folgenden

zurückgezogen wurde;k) Vorschlag Arendt;

o) gemeinsamer Vorschlag aus Durchführung der

Doppelwährung.Von dem von mir gestellten Uebergangsantrag, derdie Ausgabe von Silberzertisikatcn bezweckte, ist es nichtwahr, daß er nur meinen Beifall fand, sämmtliche Bi-metallisteu der Kommission haben ihn prinzipiell gutge-