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Verwunderlich ist das Mißverständniß, das HerrDr. Koch hieran knüpft, er sagt:
„Ich begrüße zunächst das Zugeständnis;, welches Herrvon Graß heute abgegeben hat. Er hat wörtlich, wieähnlich schon in der Kommission, gesagt, das DeutscheReich könne die Goldwährung kaum entbehren; sie seiseiner Zeit uothweudig gewordcu, um die wirthschaftlicheBedeutung Deutschlands zu heben, das Gewerbe habe sichunter der Herrschaft der Goldwährung in erheblichemUmfange entfaltet, es sei ein bedeutender Reichthum an-gesammelt. Nun, meine Herren, ist das nicht außer-ordentlich viel?"
Was hatte Herr von Graß, der Berichterstatter derKommission des Herrenhauses gesagt?
„Ihre Kommission hat im Allgemeinen keine Stellunggegen die Goldwährung selbst eingenommen; sie ist weitdavon entfernt gewesen, diese tiefgreifende Materie in derkurzen Zeit einer Sitzuugsdauer approfondiren oder auchnur anschneiden zu wollen; sie ist der Meinung — wenigstenshat sich kaum ein Widerspruch gegen diese Meinung gel-tend gemacht —, daß das große Deutsche Reich die Gold-währung kaum entbehren kann, daß diese Goldwährungnothwendig gewesen ist, um ihm seine staatSwirthschaft-lichc Bedeutung zn sichern. Sie ist der Ansicht gewesen,daß die Goldwährung selbst die Veranlassung gewesen ist,daß Gewerbe und Industrie sich an vielen Stellen blühendentfaltet haben, daß sie dazu geführt hat, großen Wohl-stand und große Reichthümer anzusammeln."
Wenn man diese Worte des Herrn von Graß nichtsinngemäß, sondern buchstäblich faßt, so kann man zu derAuslegung des Herrn I)r. Koch gelangen. Allein Herr Dr.Koch übersieht, daß Herr v. Graß und die Kommission gleich-zeitig den bimetallistischen Antrag empfehlen. Herr v. Graßversteht demnach unter Goldwährung etwas anderes alsHerr Dr. Koch, der ausschließliche, das Silber aus-schließende Goldwährung im Auge hat, während Herrvon GraßunterGoldwührung diejenigeBeuutzung des Goldesversteht, welche der Bimetallismus nicht aus-, sondern ein-schließt, da diesernichtBeseitigung, sondern Aufrechterhaltung