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Hältnisse nachwiesen, hat man da nicht mit denselbenGründen wie jetzt gegen sie gekämpft und womit bürgtuns Herr Or. Koch dafür, daß nicht sehr bald diese „be-denklichen" Verhältnisse in noch viel stärkerem Maße zurück-kehren. Die Zunahme der Goldproduktion ist doch nureine vorübergehende Erscheinung, die Minen, die setzt inBearbeitung sind, werden mit Hülse der modernen Technikungleich schneller ausgebeutet als früher, dadurch ist derJahresertrag erheblich größer, aber das Ende ebenso er-heblich näher. Auch diese große, unmöglich dauerndeProduktion reicht nicht aus für den Bedarf an Gold, derstetig wächst. Und nun sollen wir uns so einrichten, alsob diese außerordentliche Goldproduktion dauernd ge-sichert ist, als ob immer neue Goldreichthümer erschlossenwürden? Wie weuu die Goldproduktion wieder auf dieZiffern von 1884 oder auf die Ziffern von 1834 zurück-füllt, wo kaum ein Zwanzigstel wie jetzt produzirt wordenist? Das mag noch einige Jahre oder selbst JahrzehnteZeit haben, aber diese Zeit kommt unheimlich sicherund die Goldwährungspartei, berauscht durch die Trans-vaal-Funde, muß entweder ans immer neue „Ueber-raschungen" rechnen oder sie denkt „nach uns die Sünd-fluth", wenn sie das Unhaltbare einer dauernden Aufrecht-erhaltung der Goldwährung verkennt. Viel klüger wärees, gerade die jetzige Zeit einer reichen Goldproduktionfür den Uebergang zum Vimetallismus auszunutzen; geradejetzt bei abnehmender Silber- und zunehmender Gold-produktion entfallen ja alle die Bedenken, die man bishergegen den Bimetallismus ius Feld führte, daß das Silberentwerthet bleiben und das Gold Agio bekommen würde.
„2063 Mill. Mark Gold", sagt Dr. Koch stolz, „hatdie Neichsbank seit 1870 an sich gezogen". Eine gewaltigeSumme, allein wie groß ist auch der industrielle Gold-verbrauch Deutschlands , der Abgang unserer Goldmünzendurch UmPrägung im Auslande und weshalb „war dasnur möglich unter der Wirkung günstiger Wechselkurse"?Es ist das ein sehr ernster Grund, und jenes Gold habenwir sehr theuer bezahlt.
Wir haben dauernd um des Goldes willeu höhere