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gedrückter, aber die Valuta-Differenz steckt er sich sowenigein, wie der Exporteur nach Deutschland , die Valuta-Differenz ist lediglich ein Preisdruck auf den deutschen Markt, sie ermöglicht den Import zu Preisen, zu denener sonst nicht möglich wäre und wäre der Import nichtmöglich, dann blieben die deutschen Preise höher. EineSchiffsladung russischen Roggens soll 100 000 Rubel kosten,steht der Rubel 1,60 Mk., so kann sie mit 160 000 Mk. -Zoll und Fracht hinzugerechnet — in Deutschland ver-kauft werden, steht der Rubel 2,2 Mk.. so sind 220 000 Mk.erforderlich, steht der Rubel 3,20 Mk., 320 000 Mk. Obrussischer Roggenexport lohnt, ist also ein Rechcnexempel,bei welchem der Nubelpreis den Multiplikator bildet. Jenach dem Ergebniß der Rechnung gestaltet sich der Roggen-preis. Selbstverständlich können besondere Ernteverhält-nisse hüben oder drüben, Mißernten, Zollkrieg, reicheErnten das Bild zeitweise verschieben, aber die Ausnahme,die statistisch hervortreten mag, bestätigt nur die Regel,die sich durch alle die Zahlenangaben des Herrn vr. Kochnicht umstoßen läßt. Ueber die Währnngsverhältnisse Ruß-lands spreche ich noch weiter unten.
Wenden wir uns zu Indien.
Herr Or. Koch sagt:
„Indien spielte früher eine große Rolle bei den Bi-metallisten. Indeß ist die indische Konkurrenz nicht sobedeutend, wie man angenommen hat. Es hat nur einZehntel zu der gesammteu Einfuhr von Weizen nach Eu-ropa beigetragen. Aber es sind dort ganz andere Ursachen,die die Ausfuhr von dort gesteigert haben, als die Silber-währung. Ich möchte da, um nicht weitläufig zu werden,auf das Buch von Ellstätter verweisen, der nachweist, daßes hauptsächlich das erweiterte Eisenbahnnetz ist, welchesda eingewirkt hat. Vorher, obwohl ebenfalls Silber-währung bestand und man billig produzirte, war die Aus-fuhr weit unbedeutender. Erst seitdem das Eisenbahnnetzin Indien so enorm ausgedehnt worden ist, hat die in-dische Ausfuhr zugenommen."
Etwas höhnisch bemerken hierzu die Londoner „Financial News":