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1 : 15,5 eingeführt wurde und in Kraft war"). Zugleichvermindert sich die Silberproduktion und die Er-schöpfung der reichsten Minen in den Vereinigten Staaten und in Australien stellt einen beständigen starken Rück-gang der Silberproduktion in sichere Aussicht, währenduach Ansicht der Goldwährungspartei die jetzige großeGoldproduktion nicht nur bleibt, sondern noch weiterzunimmt. Demnach wird sehr bald das Gewichts-verhältniß der Edelmetallproduktion dem Werthverhältnißvon 1 : 15,5 entsprechen und sich künftig noch günstigerfür Silber gestalten. Grade von der von der Gold-währungspartei stets vertretenen Anschauung ans mußalso ein möglichst für Silber günstiges Werthverhältnißanzustreben sein, Oder beeinflussen die Produktionsverhält-uisse das Werthverhältniß nur, wenn die Silberproduktiouwächst und die Goldproduktion abnimmt und nicht auch imumgekehrten Fall? Der Goldwährungspartei wäre einsolcher logischer Sprung wohl zuzutrauen, denn ihrenFührern scheint vom Himmel die Gabe verliehen zu sein,alles zu sehen, was für die Goldwährung spricht und alleszu übersehen, was dieser im Wege steht.
Man hat oft versucht, den „jetzigen" Silberwerth alsden natürlichen Marktwerth des Silbers hinzustellen, ob-wohl er doch nur das künstliche Ergebniß einer Reihe vonPaniken ist — so oft das geschah, trat irgend einEreigniß — nie reale Verhältnisse von Angebot und Nach-frage — dazwischen und der „natürliche" Silberpreisänderte sich plötzlich. Wie einige günstige Nachrichten denSilberpreis von 27 auf 30 /s P. hoben, wie die Schließungder indischen Münzstätten ihn von 38 auf 30 P. warf,so würde die Wiedereröffnung der indischen Münzstättenihn doch von 30 auf 38 P. heben und wenn danndie Staaten vertragsmäßig die Lösung der Frage in dieHand nehmen wollen, dann wird die Frage gar nichtmehr cxistircn, denn -der Silberpreis wird seine frühere, ihmdurch ein unerhört verfehltes Experiment geraubte Höhewiedererreichen, die Menschen aber, voran die jetzigen gut-
5) Vergleiche die Uebersicht auf S. 43.
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