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so hoher Kaufkraft des Geldes, daß der Verkehr des Sil-bers gar nicht entbehren kann, wenn das Papier ver-schwinden soll. Rußland wird also weit mehr ein Absatz-gebiet für Silber wie für Gold werden, wenn nur erstSilber wieder Weltgeld wird, dessen stabiler Werth seineBeschaffung für Rußland wünschenswert!) macht, das jetztdas schwankende geächtete Silber mit Recht abweist. AußerRußland — dessen Entschließungen ich nicht übersehenkaun — bleibt kein einziger Staat außerhalb des bime-tallistischen Bundes, der irgendwie eine kräftige Goldwäh-rung haben und Gold an sich ziehn könnte.
Aber „die großen silberproduzirenden Länder werdendraußen bleiben," Warum Herr Dr. Koch das fürchtet,ist mir absolut unklar. Wenn diese Staaten nicht draußenbleiben, könnten sie — in der Theorie wenigstens —vielleicht ihr Silber benutzen, um Gold aus den bime-tallistischen Staaten heranzuziehen. Wenn sie aber „draußen"bleiben, also Silberwährung behalten, wie sollen sie daGold heranziehen? In diesen Ländern wird übrigens dasproduzirte Silber nicht etwa exportirt, wie produzirteBaumwolle, das produzirte Silber wird vielmehr uurinsoweit exportirt — namentlich gilt das von dem wich-tigsten Silberlande Mexiko — als die Ausgleichung derZahlungsbilanz das erfordert. Würde Mexiko einegünstige Zahlungsbilanz erhalten, so würde es nicht einenSilberdollar exportiren. Demnach müssen diese Länderumsomehr Silber zur Bezahlung ihrer Goldschuldeuexportiren, je niedriger der Goldpreis des Silbers ist undum so weniger, je höher Silber steht. So war inMexiko zu der Zeit des tiefsten Silberkurses ein großerMangel an Silbergeld, weil alles produzirte Silberherausging. Der Diskont in Mexiko betrug 10—12 pEt.Erst die Besserung der mexikanischen Zahlungsbilanz er-laubte den Silberexport einzuschränken und mehr Silber imLande festzuhalten.
Das produzirte Silber spielt in Silberwähruugs-Ländern genau dieselbe Rolle, wie produzirteS Gold inGoldwährungsländern, es kann nur gemäß der Wechsel-kurse exportirt werden. Wenigstens das wird der Leiter