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deutsche Thaler, Fünffrankenstücke und englische Zwei-schillingstücke aus echtem Silber nachgeprägt festgestelltworden in den Vereinigten Staaten entdeckte mangelegentlich eine Nachprägung von mehr als einer MillionSilberdollarstücke, war indessen nicht im Stande, die no-torisch nachgeprägten Stücke von den echten auszusondern.Das sind so Nebenvorzüge unserer „bewährten" Gold-währung!
Weder der industrielle Bedarf noch der Bedarf Ost-asiens an Silber dürften bei Bimetallismns abnehmen,ersterer nicht, weil Bimetallismus zum wirthschastlichenAufschwung führt, letzterer nicht, weil die ErschließungChinas beginnt und für die Goldschulden eine erheblichgeringere Zinslast die asiatische Bilanz belastet, zu derenAusgleichung also mehr Silber gebraucht wird.
Die Industrie und Ostasien verbrauchen aber gegen-wärtig 3—4 Mill. Kilogr. jährlich, also etwa so viel, wiedie Silbcrproduklion in nächster Zeit auch betragen wird.Rechnet man den Scheidemünzbedarf, den steigenden Be-darf Afrikas , das zum Ersatz des Papiergeldes nöthigeSilber hinzu, so tritt an die Stelle des Phantoms derSilberübcrfluthung sehr bald die Bcsorgniß, daß zuwenig Silber vorhanden ist für die Dienste, welche dasjetzt unsinniger Weise geächtete Silber dem Weltverkehr'leisten muß.
Wenn man annimmt, daß die bimctallistischcn Staatenjährlich für eine Mark Silbcrgeld auf den Kopf der Be-völkerung prägen, so wird das wahrscheinlich erheblich diewirklichen Prägungen überschreiten. Es fehlt gar nicht anSilbernachfrage, es fehlt nur an einem Sicherheilsventil derDoppelwährung, an einer Wechselstelle, die ein festes Werth-verhältniß verbürgt, und die Sache regelt sich von selbst.
Ich frage nun, woher sollen die „großen Silber-masscn" zu uns kommen und wohin soll unser Gold ab-fließen? Wenn der Herr Reichsbankpräsident beweisenwill, was er behauptet, so setze er bestimmte Zahlen undBegriffe an Stelle von ungreifbaren allgemeinen Ausdrücken.Wie groß können die Silbermasscn sein und wo können sieherkommen? Man widerlege meine Ansichten und Zahlen