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Dollar und Pfund Sterling die gleiche Grundlage habe.Diese Grundlage wird immer die beste und sicherste derWelt sein, auch wenn sie bimetallistisch ist.
Herr vr. Bamberger behauptete, daß schon bei der An-kündigung, daß eine Silberkommission berufen würde, „Vor-sichtige" angefangen hätten, deutsche Konsols zu verkaufen undHypothekenzu kündigen. Die „Vorsicht" hätte sich bitter bestraft,denn obwohl inzwischen der deutsche Reichskanzler die Be-rufung einer Münzkonferenz in Aussicht gestellt, ist der Kursder deutschen Staatspapiere weiter gestiegen und Hypo-theken sind immer gesuchter geworden.
In der Silberkommission fragte ich dann Herrn Dr.Bamberger, was denn der unglückliche Kapitalist machensolle, der sich vor den bösen Folgen des internationalenBimetallismus schützen wolle — da antwortete Herr Dr.Bamberger, er selbst würde sein Geld einem zuverlässigen Ge-schäftsmann geben oder — Grundstücke kaufen, und als icheinwarf, da würden ihm ja die Hypotheken gekündigt,fügte er hinzu, natürlich schuldenfrei. Nun weiß also dieWelt den Ausweg, schuldenfreier Grundbesitz — für dieMeisten nicht recht ausführbar — und der „zuverlässige Ge-schäftsmann" — da bleibt am Ende der Staat noch zu-verlässiger, namentlich wenn die deutschen Konsols dieselbeWährungsgrundlage haben, wie die englischen.
Alle solche Argumentationen machen doch den Ein-druck, als ob sie nicht ernst gemeint sind und nur die Be-stimmung haben, die öffentliche Meinung zu erschrecken.Man benutzt die leider viel verbreitete, künstlich gezüchteteUnwissenheit, um die Leute gegen jede Aenderung desBestehenden aufzureden. Den Einen erschreckt man mitGeldentwerthung, wofür man irreführend Geldver-schlechterung sagt, dem Andern wird klar gemacht, daß essich nur um die reaktionäre Schrulle der beutegierigenAgrarier handelt, daß also jeder „Freisinnige" solch Be-ginnen abzuweisen habe, und endlich wird auf die „Ver-theuerung" hingewiesen, die Arbeiter, Beamte, Lehrer,kurz alle auf festes Einkommen Angewiesene und alleRentner trifft. Ein hoher Beamter, der vermuthlich auchzu den Lesern der „Nationalzeitung" zählt, sagte mir