zur See zu verlieren und muß damit enden, daß diese Seeherrscbaftbeseitigt wird.
Wenn Frankreich an das Ziel seiner Wünsche gelangt und Elsaß-Lothringen zurückgewinnt, so ist das das denkbar größte Unglück fürFrankreich . Es ist jetzt ein Nierteljahrhundert her, als ich eine Schriftveröffentlichte, „Ein deutsch -französisches Bündnis?" Ich empfahldamals den Franzosen entweder gleich nochmals zu kämpfen oder end-gültig zu verzichten und wirtschaftlich und kolonial sicb mit Deutschland zu verständigen. Das Bündnis- mit Rußland würde Rußland niemalsveranlassen, für Elsaß-Lothringen zu kämpfen, aber eS mache Frankreich abhängig von Nußland und schließlich würden die Franzosen für russische Interessen bluten müssen — wie es jetzt geschieht —. Wenn aber Elsaß-Lothringen jemals wieder französisch wird, dann wird niemals dasdeutsche Volk ruhen bis wieder und immer wieder der Völkerkriegbeide Reiche verwüstet. Wenn man das deutsche Volk nicht mit Stumpfund Stiel ausrotten will, dann muß ihm der Platz an der Sonne zuteil werden, der ihn? gebührt. Dazu gehören die deutschen Reichslande,welche Frankreich uns für Ml> Jahre geraubt hatte. Dazu gehört aucbunsere koloniale Entfaltung, der Deutschland nie wieder entsagen wird.
Aber kein Mensch in Deutschland denkt an die Möglichkeit einerNiederlage und im Auslande sollte man, wenn man die Dinge nicht ganzeinseitig ansieht, doch endlich begreifen, daß die Niederwerfung Deutsch-lands unmöglicb ist.
Ein halbes Jahr dieses Weltkrieges ist vorüber. Deutschland haterfolgreich den Krieg ins Feindesland getragen. Die Russen undFranzosen sind am Ende ihrer Kraft. Und die Engländer? Sie wissendas vielleicht besser als ich. Ihre Landsleute lieben das Bluffen, siewerfen mit großen Worten und großen Zahlen um sich. Das machtbei uns gar keinen Eindruck. Das deutsche Volk ist durch diesen Kriegganz und gar und sehr zum Vorteil verändert. Au seiner überraschendenEinigkeit kommt eine unbedingte Entschlossenheit. Jedes Opfer willdie Nation bringen, nur muß unbedingt durchgchaltcn werden bis zueinem Frieden, der unsere Opfer lohnt. Wir halten diesen Krieg aus,solange er nötig ist. Und er ist nötig, bis eine Grundlage für den Friedengefunden ist, die die Welt vor der Wiederkehr der furchtbaren Erleb-nisse dieser Tage schützt.
Es ist merkwürdig, alle Völker wollen dasselbe: den Frieden,
der ihnen dauernden Schutz vor neuen Kriegen gibt, doch glauben
beide Parteien diesen Frieden nur erreichen zu können, wenn sie
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