DAS DORP HUTTENHEIM.
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gross ist, dennoch Arheitermangel, und besonders währendder grösseren Arbeiten voi’herrscht.
Dafür sind aber diese landwirtschaftlichen Gehiilfen,denn nur so bezeichnet man diese Klasse richtig, technischgut gebildete Arbeiter; sie zeigen mehr Yerständniss für dieArbeiten, welche grössere Sorgfalt bei der Ausführung be-dürfen, als die gewerbsmässigen Taglöhner.
Unabhängiger in der Existenz als diese, sind sie aberauch anspruchsvoller; sie sind es hauptsächlich, welche denArbeitgebern die Löhne zu gewissen Zeiten diktiren; diesthun sie oft mit einer solchen Härte, dass es einen derHauptpunkte der mannigfaltigen Klagen der Arbeitgeberüber die Arbeiter ausmacht.
Der landwirtschaftlichen Taglohnarbeiter sind hier nichtviele; liier macht sich am stärksten die Industrie fühlbar,indem sie der Landwirtschaft viele Arme wegnimmt undihr die Arbeitslöhne in Folge dessen verteuert.
Eine gewerbstatistische Liste, die ich durch den Ge-meindeboten aufstellen liess, zählt nur 20 landwirtschaftlicheTaglöhner von Beruf. 18 Männer arbeiten im Walde alsHolzhauer und in der Landwirtschaft, wenn nichts mehr imForste zu thun ist; 35 Landwirte befassen sich zu ihremNebenverdienst mit Lohnfuhrwerk; zusammen sind also inIlüttenheim 73 Landwirte oder landwirtschaftlich Thätige,welche ihre Arbeitskräfte an Andere vermieten.
Im Verein mit den Knechten und mitarbeitenden Grund-eigentümern kann zwar der Acker bestellt werden; aberdie Löhne sind ziemlich hohe.
Es wird bezahlt in Hüttenheim:
Für Männer ohne die Kost Mk. 1,60.
„ „ „ „ „ in der Ernte Mk. 2,40.
„ mit Kost Mk. 1,00.
„ . „ r «in der Ernte Mk. 1.20.
Für Verdingarbeiten gelten folgende Ansätze:
Heumähen per Acker, 7< Hektar, in Geld Mk. 2,40.
- 2 Liter Wein „ 0,80.
1 Laib Brod „ 0,52.
Mk. 3,72.
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A. HERTZOG, Bäuerliche Verhältnisse,